MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Helmut und Irmgard Eberth

Vom Glück, gebraucht zu werden

Helmut und Irmgard Eberth

Maschinenbauer, Rettungsassistent
Fachschullehrerin
Lindenstr. 10
09212 Limbach-Oberfrohna

Menschen in Not zu helfen – das gehörte für den Pfarrerssohn Helmut Eberth früh zu den ethischen Grundsätzen. 1942 in Chemnitz geboren, musste er erleben, dass die Familie ausgebombt wurde. Als der Vater 1949 aus Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, ging es erst nach Erlbach im Vogtland, dann nach Adelsberg bei Chemnitz, wo er 1957 mit der 8. Klasse abschloss. Eine dreijährige Lehre als Maschinenbauer absolvierte er bei der Firma Pornitz & Co. in Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt). Doch blieb er danach nur ein halbes Jahr, seine Ambitionen gingen in die medizinische Richtung, weshalb er im Städtischen Krankenhaus Scheffelstraße als Hilfspfleger begann. Weiterbildung machte ihn zum Krankenpfleger, qualifizierte ihn für den Einsatz im Operationssaal. Als Fachpfleger für Anästhesie und Intensivpflege wechselte er Anfang der siebziger Jahre zur Dringlichen-Medizinischen-Hilfe, erlebte den Aufbau der Rettungsleitstelle 1973 mit. Nach 1990 wurden er und seine Kollegen als Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr angegliedert. Vielen Menschen in Not konnte er in den Jahren bis zum Ruhestand 2005 Helfer sein, freute sich besonders, wenn die Geburt eines Kindes zu erleben war. Als Tochter des Schmiedemeisters Kietzke in Fürstenberg an der Oder kam seine spätere Frau 1941 zur Welt. Im Februar 1945 floh die Familie vor den nahenden Kriegswirren nach Aschersleben. Aber ab 1948 besuchte Irmgard wieder in Fürstenberg die Schule, schloss 1956 mit dem Abitur ab. Ein Pädagogikstudium in Leipzig beendete sie als Lehrerin für Deutsch und Russisch in der Erwachsenenbildung. Diese Sprachen unterrichtete sie dann fünf Jahre an der Fachschule für Textiltechnik in Forst. Ein halbes Jahr postgraduales Studium in Moskau machte sie erst richtig fit für die russische Sprache. So konnte sie, als sie in den Bereich Wissenschaftlich-technische Information des Textilkombinates Cottbus wechselte, sowohl als Übersetzerin wie auch als Dolmetscherin bei internationalen Tagungen ihre Kenntnisse in der Praxis anwenden. Doch bei einer Auslandsreise nach Jalta (Krim) hatte sie Helmut Eberth kennengelernt. Mit der Heirat 1975 kam sie nach Karl-Marx-Stadt, fand beim Aufbau eines Ausbildungs- und Vorführzentrums des Wirkmaschinenbaus neue Aufgaben, wurde dann Abteilungsleiterin Information und Dokumentation des Wissenschaftlich-Technischen Zentrums Baumwolle. Als 1990 das Textilkombinat aufgelöst wurde, konnte sie als Pressereferentin des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. bis zum Jahr 2002 erfolgreich wirken. Die Johann-Gottfried-Herder-Medaille (für Verdienste um die russische Sprache) und die Ehrennadel der Stadt Limbach-Oberfrohna (für die ehrenamtliche Arbeit als Vorsitzende des Fördervereins Esche-Museum e. V.) würdigten ihr Engagement.
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