MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Wolfgang Ebert
Alles begann mit einem einzigen dunklen Brötchen
Lehrer und Schulrat i. R.
08280 Aue
Ob Ehefrau Renate, die Kinder Anett und Uwe oder vier Enkelinnen, sein gelungenes Wirken als Pädagoge und Schulrat oder sein größtes Hobby – die Brieftauben –, alles zusammen bescherte ihm ein reiches und schönes Leben. Dabei lässt es sich Wolfgang Ebert, geboren am 13.05.1939 in seinem heutigen Wohnhaus, nicht nehmen, Haus und Garten nach dem Tod seiner Frau allein zu versorgen. Und auch für körperliche Fitness sorgt der frühere Freizeitfußballer durch Walken, Wassergymnastik und Wandern.
Ab und zu machte er sich schon einige Gedanken, vielleicht etwas zu wenig Zeit für die Familie zu haben, doch alles regelte sich und jeden neuen Morgen erwartet Wolfgang Ebert voller Vorfreude auf diverse Aktivitäten.
1945 eingeschult, musste ein einziges dunkles Brötchen helfen, den gesamten Schultag zu überstehen. Um ihren Sohn musisch zu bilden, erwarben die Eltern für ihn unter großen Entbehrungen ein Akkordeon. Nur deshalb übte er fleißig. Die Spielfreude entwickelte sich erst später innerhalb der Volksmusikgruppe und auch in kleiner Kapelle nahm die Lust stetig zu. Die Entbehrungen der Eltern wurden somit belohnt..
Aufgewachsen mit Kleintieren, die nicht selten den größten Hunger stillten, hätte der Tierarzt als Berufsperspektive dienen können. Doch Wolfgang Ebert hatte Angst, seine geliebte Heimat verlassen zu müssen. Nach Klasse 10 ließ er sich zum Maschinenschlosser ausbilden, doch er erzählt, dass ihm die goldenen Hände fürs Handwerk und die Freude am Beruf fehlten.
Mit Einführung der polytechnischen Ausbildung an Schulen entschied sich Wolfgang Ebert für ein Lehrerstudium am Institut für Lehrerbildung in Auerbach, musste sich allerdings im Vorfeld ½ Jahr im Forst bewähren. Er begann als Grundschullehrer an der Bildungseinrichtung, die er einst selbst besuchte, absolvierte ein dreijähriges Fernstudium in Leipzig und setzte seinen Weg als Fachlehrer für Polytechnik fort. Nach Bildung polytechnischer Zentren in Großbetrieben, avancierte er zum leitenden Lehrer des Zentrums des VEB Bergsicherung in Schneeberg und leitete diese Einrichtung bis zur Wende.
Aus gewisser Opposition heraus trat er der SED nicht bei und wurde nach der deutschen Vereinigung angesprochen, ob er seine Zukunft nicht als Schulrat gestalten wolle. Er wollte und betreute als Schulrat des Kreises Aue fortan 44 verschiedene Grundschulen. Nach Gebietsreformen verlegte man den Hauptsitz nach Stollberg, später nach Zwickau.
Als Pensionär hat Wolfgang Ebert nun Zeit für seine Familie, doch auch seine Brieftauben, die Pioniere des Flugverkehrs, begleiten ihn weiterhin. Er mutmaßt: „Vielleicht bis 80?“ Man weiß es nicht so genau.