MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Manfred Döring

Ein Leben lang gearbeitet und mit der Wende „abgeschafft“

Manfred Döring

Friedensweg 16
06766 Thalheim
Fon: 03494 / 33303

1934 in Atzendorf bei Merseburg als Sohn eines Schneiders und einer Hausfrau geboren, lacht Manfred Döring, als ihm die Frage nach seinem Berufswunsch als Kind gestellt wird. „Pilot oder Lokführer, wie jeder Junge...“, sagt er und „...es war damals eine schwere Zeit, da konnte man sich nichts aussuchen, hat mit 14 Jahren begonnen zu arbeiten...“. So erging es auch ihm. Die 8. Klasse Grundschule hat er absolviert und danach als Arbeiter in der Filmfabrik Wolfen angefangen seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Bis zum 18. Lebensjahr arbeitete er beim Reinigungspersonal für 75 Pfennig Stundenlohn, konnte dann in die Spedition wechseln und den Verdienst verbessern. Den dreijährigen Dienst in der Kasernierten Volkspolizei (KPV) erlebte er in Mecklenburg Vorpommern und dass die Kaserne umgeben war von Wald, Wasser und Sand und noch Arbeiten erforderte, stellte sich als Glück heraus. Die junge Frau Inge war hier eingesetzt Er lernte sie kennen, lieben und heiratete sie 1954. Nach dem KVP-Dienst in die Filmfabrik zurückgekehrt, gehörte er hier der Polizei an, wechselte später zur Werksbahn. Als Rangierer begann er, wurde Rangierleiter und Disponent. Die fachlichen Voraussetzungen erlangte er durch betriebliche Qualifizierungsmaßnahmen. Doch die Tätigkeit endete mit der Wende. „Da mussten wir alle abmarschieren, da waren 16.000 Arbeiter zu viel...es ist alles gestorben....“, erzählt er seine Eindrücke heute. Finanziell war es Glück für ihn, dass er bereits 57 Jahre alt war. So konnte er über den Vorruhestand die Rente erreichen. Doch emotional hat ihn die Situation schon betroffen gemacht. Aus dem vollen Arbeitsprozess plötzlich in das Nichtstun abgeschoben zu sein, war psychisch eine Herausforderung. Geholfen hat in dieser Zeit, dass er Haus und Garten zu versorgen hatte. Sein Vater war im Krieg gefallen, die Mutter hatte das Haus nicht alleine erhalten können. Manfred Döring und seine Frau Inge bewohnten als junge Eheleute zwei Zimmer im elterlichen Haus, übernahmen dieses später und richteten es nach eigenen Vorstellungen her. Stall und Waschhaus wurden Wohnraum. Weitergebaut, wenn wieder etwas vom verdienten Geld gespart war, um das nächste Ziel in Angriff nehmen zu können. Die Kinder Monika und Uwe sind hier aufgewachsen. Die vier Enkel und vier Unenkel sind heute gerne zu Gast. Familie ist den Dörings wichtig und stolz schauen sie heute auf ihre Kinder und ihr Lebenswerk.
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