MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Monika Döring
Ein Herz für andere
Vorsitzende Tafel e. V. Scultetusstr. 16 02828 Görlitz Fon: 03581 / 649557
Monika Döring wurde 1941 als eins von sieben Kindern geboren. Der Vater brachte aus dem Krieg eine andere Frau nach Hause, die Mutter war mit der Erziehung und Versorgung der Kinder hoffnungslos überfordert. So musste sie nach dem Schulabschluss 1956 früh Verantwortung für die Familie übernehmen, Geld verdienen und arbeitete statt einen Beruf zu erlernen erst in der Möbelfabrik in der Lackiererei, dann als Fleischverkäuferin bei der HO (Handelsorganisation). Einen Abschluss erlangte sie dank DDR-Richtlinien und langjähriger Tätigkeit dann doch noch, mit Zuerkennung der Berufsabschlusses Fachverkäuferin für Fleisch- und Wurstwaren. Ihr Bestreben dem Elternhaus zu entfliehen führten zu der Überlegung als Saisonarbeitskraft anderswo ihr Glück zu suchen. Nach Görlitz jedoch kam sie schließlich durch die Versetzung ihres ersten Ehemannes während seiner Armeezeit. Sie hadert nicht mit ihrem Leben, trotz der angespannten Kindheit und auch wenn privat ebenso vieles nicht planmäßig lief. Von ihren zwei kurzen Ehen blieb ihr doch etwas ganz Besonderes – das Beste was ihr im Leben je passiert ist, wie sie sagt: Tochter Yvonne (geb. 1978), die indessen auch für die beiden Enkelkinder Angelique und Philipp sorgte – dem Sonnenschein im Leben von Moníka Döring. Beruflich gab es nach der politischen Wende in der DDR für sie bald Änderungen. Angestellt in einem Privatgeschäft erlebte sie, wie der Besitzer das Geschäft aufgeben musste, war selbst von Arbeitslosigkeit betroffen. Richtig Fuß gefasst hat sie danach nicht mehr. Zwar gelang es ihr noch ein paar Jahre als Raumpflegerin in einer Schule Arbeit zu finden, doch schwere Krankheiten machten eine Weiterbeschäftigung bald unmöglich. Ein Zeit, als sie darauf angewiesen war, sich selbst Waren von der Tafel zu holen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Viel hat sie dort erlebt, viel gelernt. Als sie vor neun Jahren dann die Leitung übernahm, war der Verein heruntergewirtschaftet, stand vor dem Aus. Zu Recht ist sie stolz das verhindert zu haben, bedürftigen Bürgen damit die Möglichkeit erhalten zu haben ihr schmales Budget durch dieses Angebot aufzubessern. Ware erhält der Verein von Großmärkten wie Lidl, Netto und Rewe. Personal arbeitet ehrenamtlich oder für kleine Aushilfslöhne bei voller Arbeitszeit. 80-90 Familien kommen wöchentlich zum Einkauf. Monika Döring bedauert, dass der Zwang zu Sparsamkeit dazu führt, dass immer weniger Firmen Spenden an die Tafel reichen, weil sie alles selbst indessen als Schnäppchen noch vermarkten. Schade, wenn das einst dazu führt, dass so wichtige Institutionen nicht mehr wirksam werden können.