MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. Fred Ebeling
Durch Engagement vielen Menschen geholfen
Diplom-Ingenieur
Friedrich-Engels-Straße 32
13156 Berlin
Fon: 030 / 4774180
Zu den liebsten Beschäftigungen des Ingenieurs und Ruheständlers Dr. Ebeling gehört die Aufarbeitung seiner Lebensgeschichte. Und das ist zweifellos lohnend.
Fred Ebeling, geboren 1932 in Pasewalk, eingeschult in Berlin, musste 1943 miterleben, dass seine Familie in Berlin ausgebombt wurde. In Templin bei den Großeltern arbeitete er in der Landwirtschaft. Das Gymnasium besuchte er in Templin. Medizin wollte er gern studieren. Da dies ihm verwehrt worden war, wurde er Werkstudent im Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf. Hier engagierte er sich auch politisch. So nahm er teil an der Demonstration am 17. Juni, war anschließend mehrere Wochen in Gewahrsam der Staatssicherheit.
An der Humboldt-Universität Berlin studierte er dann Hüttenkunde. Mit dem Diplom ging er zur Forschung für die Verbesserung von Materialien nach Hennigsdorf zurück, war hier in allen Stahlwerken tätig, wurde Abteilungsleiter. 1983 promovierte er in Freiberg. Doch dieses Positive wurde überschattet. Als seine Eltern in Westberlin starben, wurde nicht nur sein Antrag abgelehnt, zur Beerding hinüber zu fahren. Er verlor zudem den Leitungsposten. Andererseits wurden ihm später mehrere Reisen genehmigt, so nach Westdeutschland und Kanada.
Aber dies Letzte konnte nichts mehr daran ändern, dass Dr. Ebeling mit vielem im DDR-System sehr unzufrieden war und sich schon vor der Wende für Änderungen einsetzte. 1988 meldete er sich in der Zionskirche. Später arbeitete er bei Eppelmann mit, in Diskussionsrunden für den demokratischen Aufbruch. Als die entsprechende Initiative im Jahr darauf gegründet wurde, engagierte er sich hier im Vorstand. Im Dezember 89 wurde er Mitglied beim Zentralen Runden Tisch. Diese Zeit des Aufbruchs und der vielfältigen Diskussionen zur Umgestaltung des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens, die sieht er heute als die aufregendste Zeit seines Lebens an – erfüllender als der 1974 im Kollektiv errungene Nationalpreis 1. Klasse.
Unter der neuen Regierung wurde er zunächst Abteilungsleiter im Wirtschaftsaußenministerium, dann im Verteidigungsministerium Zivilangestellter. Auch mit der Treuhand arbeitete er zusammen. Später wurde er in Hennigsdorf Bereichsleiter für den Umweltschutz. Die Altlastdeponie ( 1,5 Mio. t) bis zu 98% wieder verwertbar zu machen, das war eine sehr befriedigende Arbeit.
Seit 2008 ist er also im Ruhestand, liest, gärtnert, schreibt, trifft sich mit alten Freunden und sehr gern mit seiner Tochter Kerstin. Übrigens, sie ist Medizinpädagogin und Studienrätin.