MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Ilse und Karl Däbritz

„Ein anderer Zusammenhalt war das damals...“ (Karl Däbritz)

Ilse und Karl Däbritz

Werkzeugmacher
Forstfacharbeiter, Hochspannungsleitungsmonteur
Gallschützer Str. 4
04749 Ostrau OT Schrebitz
Fon: 034362 / 33777

„Wir sind Urgestein hier in Schrebitz“ sagt Karl Däbritz und berichtet in dem Ort 1937 als Sohn eines Böttchermeisters und einer Hausfrau geboren worden zu sein und sein ganzes Leben dort verbracht zu haben. Er weist aus dem Fenster auf das Nebengebäude und erzählt „da drüben hatte mein Vater seine Werkstatt“ und davon dass der nach dem Krieg aus Frankreich zur Familie zurückkehrte. Die Kindheit fiel in eine schwere Zeit, doch die Familie hatte das Glück nicht hungern zu müssen und von den Kriegsereignissen weitestgehend verschont zu bleiben. 1942–1950 besuchte der Junge die Schule, trat danach eine Lehre zum Forstfacharbeiter an (1950–1952). Förster wäre er gerne geworden und da das nicht klappte entschied er sich für diesen artverwandten Beruf. „Noch alles mit Schrotsäge und Axt“ berichtet er von der körperlichen Arbeit und dass er 1955 für drei Jahre zur Armee ging. „Wer studieren wollte, musste drei Jahre dienen, doch letztendlich haben sie mich dann doch nicht zugelassen. Immer neue Ausreden fielen ihnen ein.“ Als billiger Waldarbeiter wollte er nicht im Betrieb bleiben und wechselte in einen anderen Beruf. Qualifiziert zum Hochspannungsleitungsmonteur war er nun für den VEB Energiebau Radeberg unterwegs – auf Montage im ganzen Land. „In der Lohngruppe VII 2,17 Mark in der Stunde war nicht üppig“ erzählt er und berichtet doch stolz von den Projekten an denen er mitgearbeitet hat. 1991 endete seine Tätigkeit durch den Arbeitsplatzabbau nach der Wende. Über den Vorruhestand ging er in die Rente. Ehefrau Ilse (Hochzeit 1963) teilte seine neue Freizeit bald mit ihm. Als Ilse Hänsel wurde sie 1938 in Däbritz als Tochter von Landwirten geboren. Der Vater starb früh, die Mutter blieb mit den drei Kindern alleine. Die Familie wohnte bei den Großeltern und die Oma unterstützte sie. Der geringe Verdienst der Mutter ließ keine großen Sprünge zu. Das Mädchen Ilse besuchte acht Jahre die Schule, wurde dann in drei Jahren Lehre zur Werkzeugmacherin. „Ein schöner Beruf ... drehen, fräsen oder was auch immer ... mir fällt es nicht schwer etwas handwerkliches zu machen“ berichtet sie. Im Vorrichtungsbau des VEB Döbelner Beschläge- und Metallwerke (DBM) erlebte sie die Wende und 1990 den Verlust des Arbeitsplatzes. „Ich habe gerne dort gearbeitet. Die Arbeit machte Spaß, die Bezahlung stimmte und die Kollegialität war gut“ erinnert sie sich und daran zur Arbeit gekommen zu sein, von der Betriebsauflösung erfahren zu haben und anschließend nachhause geschickt worden zu sein. Zwei ABM unterbrachen die Arbeitslosigkeit bis sie 1998 in Rente gehen konnte. Ehrgeiz und Fleiß haben die Eheleute stets ausgezeichnet. Auf das Erreichte sind sie stolz. Ebenso auf ihre Familie. Sohn Matthias (geb. 1963, verstorben 2000) und Tochter Kerstin (geb. 1967, zwei Kinder) wurden von ihnen beiden stets unterstützt. Dass die Tochter heute unweit von ihnen lebt, freut die Eheleute sehr. Früher hat Ilse Däbritz viel Handarbeiten gemacht, heute ist vor allem der Garten ihr Metier. Karl Däbritz – einst selbst aktiver Fußballer – ist heute dabei, wenn die beiden Enkelsöhne ein Spiel bestreiten. Im Jahr 2018 wollen Ilse und Karl Däbritz sich einen großen Wunsch erfüllen: Eine Schiffsreise auf der Donau.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz