MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Renate und Werner Dönicke
Das große und das kleine Glück
Landwirtin i. R.
Agraringenieur i. R.
Obere Teichgasse 20
04651 Bad Lausick OT Ballendorf
Nach nicht nur arbeitsreichem Leben, sondern teilweise auch niederdrückenden Erlebnissen, wünschen Renate und Werner Dönicke für ihre Familie mit ihren Kindern Regina, Marion und Frank, für ihre Enkel und natürlich für sich selbst Gesundheit und Glück. Vor allem soll aller Leben nie durch Krieg gezeichnet werden, den das Ehepaar erleben musste.
Werner Dönicke wurde am 14.03.1933 in Ballendorf geboren. Die Eltern betrieben als Landwirte ihren bäuerlichen Betrieb und viele Tätigkeiten wurden ihm wie seinem Bruder schon in Kindheitstagen übertragen. Während des Krieges verdunkelten Bombengeschwader den Himmel. Keine Sonne war mehr zu sehen. Auch die Schulzeit gestaltete sich nicht einfach. Vier Klassenstufen wurden noch innerhalb eines Raumes unterrichtet. Eines stand allerdings für die Zukunft fest. Da sein Bruder Bauwesen studiert hatte, würde er den elterlichen Hof übernehmen. So besuchte er die landwirtschaftliche Berufsschule und arbeitete beim Vater.
Veränderungen brachte das Jahr 1960 mit sich, in welchem er sich der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft anschließen musste, doch ebenso seinen beruflichen Werdegang vervollkommnete. Er erhielt den Meisterabschluss und beendete sein Studium 1974 als Agraringenieur. Eingesetzt als Brigadier, leitete er darüber hinaus die Futterbrigade. Des Weiteren verlangte Tabakanbau auf einer Fläche von 12 ha ein äußerst intensives Arbeitsvolumen und selbst nach Feierabend war noch lange kein Ausruhen in Sicht. Etwas Land sowie Hühner, Schweine und Flugenten warteten darauf, versorgt zu werden. Mit der Wende zerfiel Werner Dönickes bisheriges Beschäftigungsfeld. Mit 55 Jahren begab er sich in den Vorruhestand.
Ehefrau Renate, geboren am 22.12.1935 in Steinach, verbrachte die Kinderzeit bis zum Schuleintritt bei den Großeltern. Die Eltern arbeiteten viele Stunden auf dem Rittergut. Vater fiel im Krieg und die kleine Renate lebte bei ihrer Mutter in Beucha.
Auch sie besuchte die landwirtschaftliche Berufsschule, zog nach der Hochzeit 1956 zu ihrem Mann, wurde gleichsam LPG-Mitglied und war im Bereich Pflanzenproduktion eingesetzt. Das damals übliche Pausieren während der Winterzeit blieb ihr durch die Tabakproduktion erspart. Die Aufarbeitung der Tabakblätter sorgte auch in der kalten Jahreszeit für Beschäftigung und Renate Dönicke übte jede Tätigkeit gern aus. Nach einer Hüftoperation musste sie sich 1985 in Rente begeben.
Nach sehr langer Ehezeit, getragen von Vertrauen und gegenseitiger Achtung, haben Renate und Werner Dönicke neben diesem großen ihr kleines Glück gefunden: „Es gibt nichts Schöneres als abends gemeinsam einzuschlafen und morgens gemeinsam aufwachen zu dürfen.“ Den leidenschaftlichen Jäger Werner Dönicke freut es, dass er die Leidenschaft für die Jagd an seinen Enkelsohn weitergeben konnte, denn er selbst kann ihr auf Grund seines hohen Alters nicht mehr nachgeben.