MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Horst Dülßner

Harter Arbeit nie ausgewichen

Horst Dülßner

mit Lebenskameradin Jutta Nestler
Tischler und Hobbywinzer
Teichgasse 15

04703 Leising

Horst Dülßner ist ein ehrlicher und hilfsbereiter Mensch, der sich im Leben nicht geschont hat. Heute wohnt er noch immer in dem Haus, in dem er 1934 zur Welt gekommen ist. Der Vater ist Tischlermeister und wird in der Nazizeit aufgrund einer Denunziation verhaftet und lernt die Hölle eines KZ kennen. Der Sohn schaut dem Vater in der Werkstatt schon früh und mit Begeisterung über die Schulter erledigt bald die eine oder andere Arbeit selbst. Insgesamt gehören fünf Kinder zur Familie, für die die Mutter den Haushalt besorgt. Nach acht Jahren Schule erlernt Horst Dülßner in drei Jahren den Tischlerberuf, allerdings nicht im Betrieb des Vaters, der dies nicht will. Nach der Lehre wechselt der junge Geselle auf den Bau, hier gibt es mehr Geld, die Bauleute sanieren vor allem Altbauten. Später fängt er bei der Wismut als Förderer an und erledigt später die Holzarbeiten. Außerdem locken 1000 Mark Monatslohn, dafür muss er allerdings in drei Schichten arbeiten und ist nur alle zwei Wochen zu Hause. In dieser Zeit fängt Horst Dülßner auch an zu boxen und trainiert sich dabei die „Härte für das Leben“ an, wie er heute sagt. Nach zwei Jahren verlässt er den Uranbergbau, geht für fünf Jahre in eine Eisengießerei als Kernmacher und später zum BKM Leipzig als Zimmerer. Der Großvater betreibt in diese Zeit eine Plantage von 2.500 Qudratmetern und bietet dem Enkel an, diese zu übernehmen. Dieser greift zu, züchtet hier vor allem Geflügel und arbeitet in der kalten Jahreszeit in einer Stanzerei, wo er für die Rente und für die Krankenkasse einzahlt. Später arbeitet er in der Zeit als Hausmeister in einer Krippe. Weitere Stationen sind der Dachdecker Seidel und die zehnjährige Arbeit in einer LPG als Handwerker für Holzarbeiten. Als er einmal das kranke Kind eines sowjetischen Generals nach Berlin fährt, begründet dies eine jahrelange Freundschaft. Bis heute steht Horst Dülßner mit seinen handwerklichen Fähigkeiten gern anderen Menschen zur Verfügung und bessert so sein Einkommen auf. Der rapide Preisverfall nach 1990 und seine nachlassende Gesundheit zwingen Horst Dülßner schließlich, die Plantage aufzugeben und zu verkaufen. Bereits 1990 geht er in Rente, blickt heute mit Stolz auf die vielen Stationen seines arbeitsreichen Lebens zurück und baut nebenbei sein Haus aus. Seit 2015 lebt der Pensionär mit seiner Lebensgefährtin Jutta Nestler zusammen, seine Frau Edith ist am 14. Oktober 2014 mit 79 Jahren gestorben. Er ist fest davon überzeugt, dass die Ehe und die jetzige Partnerschaft sein Leben in glücklichster Weise bereichert haben. Heute kümmert sich Horst Dülßner vor allem um seine Weinreben, die teilweise bis zu 45 Jahre alt sind. Die Weinstöcke gedeihen sowohl in den Gewächshäusern als auch in der freien Natur und der Hobbywinzer hat sehr viel Freude daran.
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