MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Anna und Sieghard Dziolloß

Älteren Menschen eine Oase der Ruhe und Geborgenheit bieten

Anna und Sieghard Dziolloß

Diplom-Lehrerin und Studienrat
Schneeberger Keilbergchor e. V.
Christian-Meltzer-Str. 11

08289 Schneeberg

Fon: 03772 / 55613

Anna, geb. Nickel, und Sieghard Dziolloß leben seit 1976 in der Bergstadt Schneeberg. Der Ehemann (Witwer) bringt vier Kinder aus seiner ersten Ehe in die neue Verbindung mit ein, die Partner verbinden ihre pädagogische Arbeit und vor allem ihre Liebe zur Musik. Schon in der siebenten Klasse nimmt ein Neulehrer Anna Dziolloß mit in das Theater in Halle, die Eheleute führen die Tradition fort und werden heute vom Theater der Stadt Zwickau als Ehrengäste geführt. Sieghard Dziolloß leitet seit 28 Jahren einen Seniorenchor, seit 20 Jahren gibt es den „Keilbergchor“ als einen eingeschriebenen Verein. Anna Dziolloß erledigt hier die organisatorischen Aufgaben als Geschäftsführerin. Die oftmals schon betagten Sängerinnen und Sänger sollen den Chor vor allem als eine Stätte der Geborgenheit und eine Oase der Ruhe und der Zufriedenheit erleben, wenn sie sich im lauten Trubel des Alltags oftmals nicht mehr zurechtfinden. Im Kollektiv des Johanniter-Seniorenzentrums unter Leitung von Karin Zdulski finden sie immer einen verständnisvollen und einfühlsamen Gesprächspartner. Die liebevolle Ausgestaltung der Räume des Seniorenzentrums trägt ebenfalls zum Wohlbefinden bei. Anna Dziolloß wächst als fünftes Kind von sechs Geschwistern im schlesischen Grambschütz. Kreis Namslau auf, die sie oft sehr dominieren. Schon sehr früh wird sie zur Arbeit im Haushalt herangezogen. Die Mutter ist sehr musikalisch, so dass die kleine Anna schon hier einen umfangreichen Liederschatz kennen lernt. Als Hausfrau hat die Mutter einen mühevollen Arbeitstag ohne die heute üblichen technischen Hilfsmittel. Der Vater ist Fahrdienstleiter im Drei-Schicht-System bei der Bahn mit Beamtenlaufbahn. Bereits mit elf Jahren muss Anna Dzioloß das Grauen des Krieges miterleben. Ende 1944 ist die Hypothek für das Haus der Familie endlich abgezahlt, am 19. Januar 1945 muss die Familie fluchtartig ihre Heimat verlassen, ein Großteil des Dorfes wurde zerstört. Die Mutter leidet zu dieser Zeit an Gelenkrheumatismus und ist bettlägrig, der Vater muss den letzten Zug abfertigen und wird dadurch von seiner Familie getrennt. Die Familie kommt zunächst im Sudetengau unter und wird im Juni 1945 von dort durch die tschechischen Behörden ausgewiesen. Nach einer langen Irrfahrt unter oft unmenschlichen Bedingungen finden sie im September 1945 mit sieben Personen endlich in einer notdürftig ausgebauten Bodenkammer in Seeben bei Halle für spätere Jahre eine sehr ärmliche Bleibe. Anna Dzioloß geht wieder zur Schule, schließt danach eine Lehre als Großhandelskauffrau ab, absolviert später ein Studium der Pädagogik und arbeitet anschließend lange Jahre an einer Polytechnischen Oberschule in Hundshübel, an der Kaufmännischen Berufsschule in Aue und in Eisleben sowie an der Medizinischen Fachschule in Aue. Im Jahr 1990 geht sie in den Vorruhestand und später in die Rente. Heute engagieren sich Anna und Sieghard Dziolloß neben bald 30 Jahren Chorarbeit für die Belange älterer Menschen und machen auf deren Probleme aufmerksam.
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