MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Bernd Döring
Zielstrebigkeit und Beharrlichkeit als ständige Begleiter
Inhaber coming-pizza Bitterfeld
Walther Rathenau-Str. 51
06749 Bitterfeld
Fon: 03494 / 368123
Der 1962 geborene Bernd Döring war froh, als er die Schule hinter sich lassen und die Lehre zum Zerspanungsfacharbeiter in der Filmfabrik Wolfen aufnehmen konnte. Praxis lag ihm mehr, als theoretische Büffelei, und so ist das heute noch sagt er. Er blieb nach Lehrabschluss im Betrieb, trotz geringem Verdienst, weil die Arbeit ihm viel Spaß bereitete und was in der DDR „Kollektiv“ genannt wurde – also die Gemeinschaft der Kollegen – einzigartig war. Nie hätte er sich deshalb beruflich verändern wollen, doch dann kam die Wende. Der einsetzende Personalabbau in der Filmfabrik veranlasste ihn, sich eine Arbeitsstelle in den alten Bundesländern zu suchen. Er fing in einer Zeitarbeitsfirma an. 500 km lagen nun zwischen seinem Arbeitsort und dem Wohnort seiner Familie, zu der eine Ehefrau und zwei kleine Mädchen gehörten. Kein Dauerzustand, zumal Bernd Döring seine Heimat vermisste. Er kehrte zurück, mit der Bereitschaft jede Arbeit anzunehmen, wenn sie nur zu Hause wäre und begann in einem Baubetrieb. Doch seine neue Firma nutzte leider nur die einjährige Förderung vom Arbeitsamt aus, entließ ihn pünktlich nach Ablauf der Zeit. Zumindest aber hatte er fachlich viel vom Metier gelernt und somit die Chance schnell wieder in einer anderen Baufirma Fuß zu fassen. Viele Jahre (indessen als Vorarbeiter) – bis zum Konkurs des Unternehmens – arbeitete er dort. Ein Aushilfsjob als Pizzafahrer sicherte bereits (während der Kurzarbeit zuvor) das benötigte Einkommen mit ab und wurde später beibehalten, als neuer Arbeitsplatz gefunden war. Nie hätte Bernd Döring damals gedacht, dass diese Tätigkeit einst das Sprungbrett in eigene Selbstständigkeit sein könnte. Was als Fahrdienst begonnen hatte, erweiterte sich auf Aushilfstätigkeiten in der Küche der Pizzeria und mündete schließlich in eine Festanstellung. Bei flying-pizza suchte er später neue Herausforderung, weil Entwicklung und Leitungsaufgaben in Aussicht gestellt wurden. Ab diesem Moment war seine Arbeitszeit schier unbegrenzt, denn gutes Personal zu finden, stellte sich als schwierig heraus. Ständige Präsenz und eigenes Zupacken wurden damit zur Notwendigkeit. Das Unternehmen gedieh pö a pö, doch der Druck wurde erhöht, der Umgang mit ihm wurde rauer, die Verträge mit fadenscheinigen Begründungen unterlaufen. Gegenseitige Kündigung führte 2002 zur Übernahme des Geschäftes als Franchise-Nehmer. Harte Arbeit und der eigene Focus auf die geschäftliche Entwicklung führen zu stetig wachsenden Umsatz und einem führenden Platz im Unternehmen. Als der Franchise-Vertrag nach 10 Jahren auslief, nabelte sich Bernd Döring von seinem Franchise-Geber ab. Gut durchdacht, bestens vorbereitet, gelang es ihm am 31.12.2011 nach der Geschäftszeit die fying-pizza zu schließen und am 01.01.2012 als coming-pizza und mit eigener Inhaberschaft wieder zu eröffnen. Die Kunden sind ihm treu geblieben, denn von Laden, Telefonnummer, Personal, Lieferfahrzeugen, Preisen bis zu den Rezepten hat sich äußerlich nichts sofort Sichtbares für sie verändert. Indessen ist Bernd Döring Arbeitgeber für sechs Beschäftigte und mit Recht stolz auf das Erreichte. Einen kleinen Beigeschmack hat sein Erfolgskurs aber doch für ihn: Es ist schwer eine Partnerschaft aufzubauen, die diese Arbeitsintensität aushält und damit immer noch offener Wunsch, doch die Partnerin fürs Leben zu finden, die dann auch für immer an einer Seite bleibt.