MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Margarete Döbler

Jede Woche Kuchen backen

Margarete Döbler

Rentnerin
Stavanger Str. 5
10439 Berlin

Immer montags steht der Kuchen für den Seniorenclub auf dem Programm von Margarete Döbler, das ist seit nun zehn Jahren geliebte selbstauferlegte Pflicht. Seit dreißig Jahren schon ist sie Mitglied bei der Volkssolidarität, die Sorge um andere Menschen, ob in Familie oder Nachbarschaft hat sie stets durchs Leben begleitet. Zur Welt kam Margarete Döbler im schlesischen Breslau, wuchs bei den Großeltern in einem Dorf auf. 1936/44 besuchte sie die Volksschule, doch die Kriegswirren ließen wenig Unterricht zu. Dann rief die gerade Vierzehnjährige das Pflichtjahr beim Bauern mit harter Arbeit im Stall und auf dem Feld, sieben Tage die Woche, zwölf Stunden am Tag. Die Flucht vor der heranrückenden Front führte 1945 nach Bayern. Sie arbeitete als Abwaschfrau im Flüchtlingslager, dann als Magd auf einem Bauernhof, nahm am Melkkurs teil, belegte beim Melkwettbewerb sogar einen dritten Platz und lernte dort ihren Mann kennen, der als Knecht angestellt war. Als der Schwiegervater aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, gingen beide zum ihm nach Berlin. Anfangs arbeitete sie in einem Betrieb, dann nahm sie eine Hauswartstelle an, weil eine Wohnung damit verbunden war. Diese Aufgabe übernahm sie auch, als nach fünf Jahren eine neue Wohnung lockte, in der sie dann 41 Jahre lang, gemeinsam mit ihrem Mann, die Hauswartdienste inklusive kleinerer Reparaturen versah. Liebevoll widmete sie sich besonders dem Vorgarten, sorgte mit selbstgezogenen Ablegern für Blumenpracht. Kleine Ehrungen (Goldene und Silberne Rose) und die Verwendung als Filmset für die Kindersendung „Unser Sandmännchen“ machten sie stolz. Daneben war sie stets die ganze Zeit als Putzfrau in Privathaushalten tätig. Fensterputzen und Bügeln machte sie mit Freude, anderes mehr aus Pflicht. Zudem betreute sie ältere Menschen im Haus, kochte ihnen Essen, war pflegerisch im Einsatz, kümmerte sich um Tiere, deren Besitzer im Urlaub waren. Glücklich war sie, wenn sie mit der Familie zweimal im Jahr an der Ostsee Urlaub machen konnte. Nun sind der Mann und die beiden Kindern nicht mehr am Leben. Aber bei den Veranstaltungen und Fahrten der Seniorengruppe und im gemischten Chor, in dem sie seit Jahren aktiv ist, findet sie die Kontakte, die ihr Leben bereichern.
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