MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dipl.-Ing. für Lebensmittel Karl-Friedrich Dünewald
Ein gradliniger Weg
Fisch und Feinkost OHG Weibermarkt 2 04600 Altenburg Fon: 03447 / 314000 Fax: 03447 / 500619 Internet: www.duenewald-fisch.de
Oft hat man es, dass im Leben die Berufsausrichtungen wechseln, der erlernte Beruf nie ausgeübt wurde, die Tätigkeiten sich nach den angebotenen Stellen richten. Nicht so bei Karl-Friedrich Dünewald. Sein beruflicher Weg war gradlinig von der Lehre bis zum heutigen Status. 1953 in Altenburg geboren und aufgewachsen, legte er sein Abitur ab, bevor er, nach absolvierter Armeezeit, eine Lehre in Saßnitz aufnahm und als Facharbeiter für Fischverarbeitung abschloss. Sein Ziel war es, im Fischverarbeitenden Betrieb des Vaters in Altenburg die Arbeit aufzunehmen. Doch es kam anders: Der väterliche Betrieb wurde im April 1972 als einer der letzten privaten Betriebe verstaatlicht und so entschied der junge Karl-Friedrich Dünewald sich weiterzuentwickeln, ein Studium aufzunehmen. Er besuchte die Ingenieurschule für Lebensmittelindustrie in Dippoldiswalde, beendete sie als Dipl.-Ing. für Lebensmittel, Spezialisierung Fischverarbeitung. Kurze Stationen in Volkseigenen Betrieben in Saßnitz, Rostock und Leipzig folgten. Er wurde technischer Leiter und Betriebsteilleiter und damit endete seine Karriereleiter, denn er wollte in keiner Partei Mitglied werden. Vater Dünewald stand indessen seinem ehemals eigenen Betrieb als Betriebsleiter vor. Mit einer Umstrukturierung und Neugliederung der Volkseigenen Betriebe Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre wurde dieser Betrieb dem Fischverarbeitungskombinat Rostock unterstellt und arbeitete als rechtlich selbstständiger Betrieb weiter. Das und weil sein Vater indessen als Invalidenrentner aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden war, wurden zum Sprungbrett für Karl-Friedrich Dünewald: Er wurde Betriebsteilleiter in dem Altenburger Fischverarbeitungsbetrieb, führte diesen bis zur Wende. Noch heute erinnert er sich daran, dass Fisch zur Mangelware in der DDR gehörte und staatlich höher gestützt war, als die Mieten. Hergestellt wurden Kaltmarinaden und Räucherfisch im Altenburger Betrieb. Wenn für eine Größenordnung von 7 Millionen Industrieabgabepreis geräuchert wurde, wurde das mit ca. 70 Millionen vom Staat gestützt, erinnert er sich an damalige Zahlen. Nach der Wende stand die Frage Rückansprüche auf den enteigneten Betrieb zu stellen, oder sich neu aufzustellen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Gabriele, die er während des Studiums kennengelernt hatte und die somit gleiche Ausbildung hat, entschieden sie in der damaligen Euphorie des Aufbruchs, sich mit einem Einzelhandel selbstständig zu machen. Im Mai 1992 wurde eröffnet, in den Folgejahren verändert und entwickelt. Heute ist das Hauptgeschäft frischer Fisch, also in keinster Weise behandelter Fisch, Räucherware, Salate aus eigener Produktion. Zusätzlich bieten sie einen sehr guten Mittagstisch an. Von der Zeitschrift „Der Feinschmecker“ wurden sie 2011 als eines der besten Fischgeschäfte Deutschlands ausgezeichnet. Gesellschaftlich engagiert sich Familie Dünewald im Rotary-Club und einer Stiftung dieses mit dem Lions-Club. Hauptanliegen hierbei die Unterstützung von Jugendprojekten und benachteiligten Kindern. Die eigenen Kinder Alexandra und Mathias haben bisher für sich entschieden, nicht in den elterlichen Betrieb einzusteigen, aber wer weiß....