MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dipl.-Ing. Edelgard Döring
Präsent auf vielen Ebenen
Rentnerin
Lauchhammerstraße 29
12683 Berlin
Diverse Begabungen waren ihr in die Wiege gelegt und beeinflussten letztendlich auch ihre Berufswahl zur technischen Zeichnerin.
Die Ausbildung absolvierte Edelgard Döring, geboren am 02.04.1942 in Biesdorf, im Werk für Fernsehelektronik Berlin. Bis zum Studium an der Fachhochschule Wildau arbeitete sie im erlernten Beruf. Als Maschinenbauingenieur wurde ihr nach der Wende das Diplom zuerkannt.
Mit ihrem Spezialgebiet Fertigungstechnik,begann sie 1964 an der Werkzeugmaschinenfabrik Berlin-Marzahn. Sie erstellte Arbeitspläne für die Herstellung von Maschinen, welche ins In- wie Ausland exportiert wurden – 30 % davon ins nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet.
Mit Kombinatsbildung avancierte sie zur Kombinatsorganisatorin wie Gruppenleiterin und absolvierte eine weitere Ausbildung auf dem gebiet der EDV.
2 Töchter wurden geboren. Vorübergehend ermöglichte ihr der Betrieb in Heimarbeit als wissenschaftlich-technische Mitarbeiterin tätig zu sein. Als die Kinder groß genug waren, setzte sie ihren beruflichen Werdegang fort.
Wendebedingter Personalabbau traf Edelgard Döring nicht. Der Betrieb legte Wert auf die langjährigen Erfahrungen einzelner Mitarbeiter und diese konnte die Akademikerin bis 1997 einbringen.
Durch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme war sie im Bereich Erlebnispädagogik aktiv. Vorrangig beim Basteln wurde die Improvisation der Kinder gefördert und handwerkliches Geschick kam Edelgard Döring zugute.
2 Jahre später wurde sie Rentnerin, war jedoch ihr Leben lang auf vielen Ebenen präsent.
Über die Volkssolidarität betreute sie Rentner, war 12 Jahre Schöffin im Jugendstrafrecht, betreute Häftlinge nach deren Entlassung. Nach der Wende war sie acht Jahre weiter am Landgericht Berlin als Schöffe tätig.
Musikalisches Talent konnte sie als Mandolinenspielerin im Pionierensemble Berlin einbringen. Oft war das Orchester im Ausland unterwegs und prägte Edelgard Döring nicht nur musikalisch, sondern formte sie in Disziplin und Pünktlichkeit.
Ihr einstiger Betrieb war übrigens auch Arbeitgeber ihres Mannes Wilhelm und beide Töchter absolvierten dort eine Berufsausbildung mit Abitur.
Heute ist Edelgard Döring 4fache Omi und auch ihre Enkel gehen in die Annalen ein.
Für ihre Nachfahren verfasste sie unter riesigem Aufwand, zurück reichend bis zum Jahre 1786, eine sensationelle Familienchronik. Sie durchstöberte Archive, fand Kirchendokumente, Bilder, selbst Zeitzeugen, die Interessantes zu berichten wussten.
Und ebenso stolz wie sie auf ihre Familienchronik ist, ist Ehemann Wilhelm auf eine spätere wundervolle Chronik seines Heimatortes.