MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heidi Duggel
„Zaubern müsste man können, um das Gute aus allen Menschen herauszulocken...“ (Catleen Wolf)
und Tochter Catleen Wolf
Erzieherin
Finanzbeamtin
Dimmelgasse 54
01587 Riesa
Fon: 03525 / 872402
„Vier Kinder – das war nicht einfach...“ beginnt die 1948 geborene Heidi Duggel (geb. Spalteholz) von schweren Jahren ihrer Eltern zu berichten. Die Zeiten waren sowieso in den Nachkriegsjahren nicht rosig. Die Mutter arbeitete als Raumpflegerin, später Pförtnerin, der Vater als Abteilungsleiter im VEB Zündwarenwerk Riesa und später als Hausmeister. Das Geld war in der sechsköpfigen Familie immer knapp, Not und Sorgen prägten den Alltag. „...Die Eltern haben alles gegeben damit es uns Kindern gut ging...Es mangelte aber auch an gesellschaftlichem Ansehen...Eine Familie mit vier Kindern war nicht gut angesehen, ließ man uns merken... “ erzählt Heidi Duggel von der Kindheit. 1955–1965 besuchte sie die Schule, wollte danach gerne einen sozialen Beruf ergreifen und übte sich als junger Sanitäter bei DRK. Dass die Mutter im Krankenhaus arbeitete erwies sich als Vorteil. Das Mädchen Heidi erhielt eine Lehrstelle im Krankenhaus Riesa, lernte an der Medizinischen Fachschule Dresden den Beruf Krippenerzieherin. Die notwendige Internatsunterbringung und damit einhergehende frühe Lösung vom Elternhaus wandelte sich vom anfänglichen Grauen in eine Herausforderung mit der Möglichkeit Eigenverantwortung zu übernehmen und schnell und gut auf den eigenen Füßen zu stehen. „Das waren prägende Jahre für mich....“ berichtet sie von anfänglichem Heimweh, wachsendem Zusammenhalt in der Gruppe und der Unterstützung der Mitbewohner zu denen bis heute gute Kontakte bestehen. Drei Jahre später und den Abschluss in der Tasche, kehrte sie nach Riesa zurück, arbeitete ein halbes Jahr auf der Kinderstation im Krankenhaus und ab 1969 in einer neu erbauten und gerade eröffneten Kinderkrippe. „1975 wurde die Krippe umprofiliert und zu einer Einrichtung für die Betreuung von behinderten Säuglingen und Kleinkindern bis zum Alter von sechs Jahren,“ berichtet Heidi Duggel. Eine anspruchsvolle, aber auch dankbare Aufgabe, dem sich das gesamte „Ur-Kinderkrippen-Kollektiv“ erfolgreich stellte. Ab 1978 lag dann das Aufgabenfeld in der Frühforderung und der Betreuung Jugendlicher bis zum 18. Lebensjahr. Nach der politischen Wende in der DDR wechselte Heidi Duggel den Arbeitsplatz, fand in einem Integrationskindergarten neue Herausforderung bei der Betreuung von gesunden und behinderten Kindern. Was anfangs gut funktionierte wurde bei stetigem Personalabbau zum Problem. 1995 nahm Heidi Duggel deshalb die Arbeit in einer Schwerstbehinderteneinrichtung auf, blieb hier bis 2011 – dem Eintritt in den Ruhestand tätig. Im Jahr 1969 hatte sie ihren Mann Helmut (Richter) geheiratet und sich 1969 und 1979 über die Geburt der Töchter Catleen und Conny (Fremdsprachenkorrespondentin, Medizinische Schreibkraft) freuen können. Catleen erlangte das Abitur mitten in der Wende-Zeit. Sie musste sich mit ihrem Berufswunsch den neuen Möglichkeiten anpassen. Statt drei Jahre an der Fachhochschule sollte sie nun mehrere Jahre länger an einer Hochschule den Abschluss als Unterstufenlehrerin erlangen. Das wollte sie nicht. Sie bewarb sich um eine Lehrstelle im öffentlichen Dienst und begleitete folgend die Strukturänderungen in der Verwaltungsebene der staatlichen Finanzorgane mit. Seither als Finanzbeamtin tätig, erlebte sie die Veränderungen im Steuerrecht und im Umgang mit der Steuerpflicht mit. Bei allen Höhen und vor allem Tiefen im Leben konnte sie sich stets auf die Unterstützung ihrer Mutter verlassen. Zusammenhalt wird in der Familie eben groß geschrieben. Ehrlichkeit, gegenseitige Achtung und Respekt sind Grundvoraussetzungen für diesen Gemeinschaftssinn und die herrschende Harmonie. „Mein Vorbild ist meine Mama....“ sagt Catleen Wolf und diese winkt ab und empfindet die eigene Leistung als völlig normal. Etwas für einander tun ist selbstverständlich in den Familien Duggel und Wolf. Eine besondere Aufmerksamkeit darüber hinaus genießt nur Enkelsohn und Neffe Max. Ihm widmen alle viel Zeit, ihn möchten sie behütet aufwachsen und den eigenen Weg ins Leben antreten sehen.