MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Isolde Drescher

„Deine Arbeit wird nur gedeihen, wenn du an sie glaubst.“ (Fernöstliche Weisheit)

Isolde Drescher

Näherin
Burgstädter Str. 14 b
09212 Limbach Oberfrohna

1929 in Hartmannsdorf als Isolde Ittner geborenen, berichtet Frau Drescher von einer entbehrungsreichen, traurigen Jugendzeit: „Unser Vater ist ganz zeitig gestorben, meine Mutter war mit drei Kindern allein. Wir lebten im Haus meiner Großmutter, aber die hatten selbst auch zu kämpfen. Doch wir waren zwar arm aber dennoch zufrieden“ 1935–1943 besuchte sie die Schule mit zeitgemäßem ideologischem Einfluss und Hitler-Gruß zum Stundenbeginn. Dem Schulabschluss folgte damals immer selbstverständlich das Pflichtjahr beim Bauern. So auch für Isolde Ittner. Aus dem geplanten einem Jahr wurden bei ihr dann aber acht Jahre die mit ihrer Hochzeit 1951 endeten. Mit Ehemann Herbert (Schlosser, 2014 verstorben) konnte sie sich bald über die Geburt von Helga (1952) und Thomas (1960) und Jahre später über vier Enkel freuen. Isolde Drescher blieb zur Erziehung und Versorgung der Kinder vorerst zu Hause und verdiente Geld mit Heimarbeit. „Da habe ich Handschuhe genäht. Das war damals so, bei uns taten sie alle nähen. Jedes Haus in Röhrsdorf hatte hinten so kleine Anbauten in denen genäht wurde. Wir haben klein angefangen und uns dann gerappelt....“ Auch nach dem Umzug nach Limbach im Jahr 1971 nähte sie weiter in Heimarbeit und blieb dabei ihrem Betrieb treu der in Limbach ansässig war. In Röhrsdorf „Mit-Mieter“ eines kleinen Hauses, wohnte die Familie sehr beengt und war glücklich in Limbach durch den Betrieb von Herbert Drescher 1971 eine schöne, größere Wohnung inmitten eines idyllischen Grundstücks zu erhalten. Als Gegenleistung für die Nutzung der Außenflächen mussten sie lediglich für deren Pflege sorgen. Noch immer wohnt Isolde Drescher hier. Als ihr erster Enkel zwei Jahre alt war, gab sie die Heimarbeit auf, wurde in der Handschuhfirma Louis Schulze angestellt tätig. „Die gibt es heute gar nicht mehr. Alles ist schon weggerissen....“ berichtet sie und davon 1980–1990 noch zehn Jahr in der Küche der Poliklinik gearbeitet zu haben. „Das war eine schöne Zeit....das hat mir Spaß gemacht...“ erklärt sie und danach in die Rente gegangen zu sein. Ihr Mann war zu dem Zeitpunkt schon im Ruhestand und so konnte beide noch schöne gemeinsame Jahre verbringen. Die körperlich schwerste Arbeit beim Bauern beschreibt sie als ihre schönsten Arbeitsjahre. Und Bäuerin Else Kräßner als ihr lebenslanges Vorbild wegen ihrem Fleiß und ihren Umgangsformen, insbesondere auch mit den russischen Arbeitern auf dem Hof. Heute verbringt sie ihre Zeit am liebsten im Garten und mit ihrem Urenkel. Liebe und Gesundheit betrachtet sie als großes Glück. Der familiäre Zusammenhalt ist ihre große Freude. Als Beispiel berichtet sie vom großen Truthahnessen und lacht herzlich darüber, dass am nächsten Tag alle wieder zusammenkommen mussten weil der Braten nicht aufgegessen war. Einmal leise und schmerzfrei gehen ist der einzige Wunsch den sie für die Zukunft hat.
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