MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner und Christel Duda

„Wir waren die Kasper fürs Volk“

Werner und Christel Duda

Carl-von-Ossietzky-Str. 12
06766 Bitterfeld-Wolfen

Beide waren stets kreativ, konnten immer sehr gut zeichnen und haben sich kennen-, schätzen- und lieben gelernt beim Dekorieren für den Konsum in Bitterfeld. Werner und Christel Duda aus Wolfen in Sachsen-Anhalt sind seit 1957 verheiratet. Das Ehepaar hat zwei Kinder, zwei Enkel und drei Urenkel. Der Nachwuchs ist in der Heimatregion geblieben. Das macht die Eltern glücklich. Tochter Anke wurde 1962 geboren und arbeitet heute in Halle bei einem Maler-Großhandel. Sohn Dirk, Jahrgang 1966, ist Fachverkäufer im Hellweg-Baumarkt im sächsischen Delitzsch. Werner Duda erblickte 1934 in Wolfen das Licht der Welt und ging acht Jahre in Greppin zur Schule. Sein Vater war Kalkulator und seine Mutter Hausfrau. Mit 14 Jahren ließ sich das Zeichentalent Werner Duda an der Burg Giebichenstein prüfen, bevor es bei einem Werbegrafiker in Halle drei Jahre in die Lehre ging. Werner stieg als Plakatmaler beim Konsum ein, wechselte von Bitterfeld nach Delitzsch und später zur Dewag-Werbung nach Leipzig. Nach Einreichung seiner Arbeiten wurde er im Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen. Danach arbeitete er freiberuflich als Gebrauchsgrafiker. Er gestaltete Plakate, Firmenzeichen und Werbeprospekte für verschiedene Betriebe, hauptsächlich für das Chemiekombinat Bitterfeld. Seine Frau Christel, Jahrgang 1937, lernte Schaufensterdekorateurin, arbeitete erst beim Konsum, dann bei der HO in der Werbeabteilung für Lebensmittel in Delitzsch, Eilenburg und Bitterfeld. Als Mitglied des Magischen Zirkels lebte das Ehepaar nebenbei als Volkskunst-Duo seine Leidenschaft zu Zaubern aus. Nach Ablegen entsprechender Prüfungen bekamen sie dafür den Berufsausweis. Als 2 Dudas“ eroberten Werner und Christel Duda nun die Herzen des Publikums im Steintor-Varietè Halle, im Lindenhof Zwickau und auch bei den Urlaubern an der Ostsee. Dazu kamen mehrere Engagements in Polen und in der CSSR. Damals wurde viel gefeiert. Fast jede Berufsgruppe hatte ihren Feiertag – „Tag des Lehrers“, „Tag des Bauarbeiters“ u.s.w. Da wurden Unterhaltungskünstler gebraucht. „Wir waren die Kasper fürs Volk“, erklärt der Senior. Mit der Wende brach alles zusammen, alle Verträge mit Klubhäusern und Gastspieldirektionen wurden abgesagt. Die Leute wollten was anderes, wollten reisen und die Welt sehen. Es gab keine Arbeit mehr für das Zauber-Duo, das nur noch mit Magie sein Geld verdient hatte, während das Grafische immer mehr in den Hintergrund gerückt war. Christel Duda half im Blumengeschäft ihrer Schwester. Werner Duda versuchte sich als Imbissbetreiber, was nicht funktionierte. „Vor der Wende war unser berufliches Leben sicherer“, schätzt heute Werner Duda rückblickend ein. Einige Jahre nach der Wiedervereinigung wurden die beiden Rentner und unternahmen als Touristen viele Reisen z. B. nach Mexiko, China, Sri Lanka und Marokko. Von allen der zahlreichen Auslandsreisen gestalteten sie Videos und Fotoalben. Doch mit zunehmendem Alter und krankheitsbedingt wird alles weniger. „Wir sind glücklich, so viel gemeistert und erlebt zu haben“, sind sich Christel und Werner Duda einig.
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