MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Elfriede Dressel

Jeder Tag ist ein Geschenk

Elfriede Dressel

und Tochter Margitta Döring
Landwirtin
Weberin
Neuhohelinde 3
09569 Oederan
Fon: 037292 / 21304

In der kleinen Ortschaft Görbersdorf (seit 1974 nach Oederan eingemeindet) kam Elfriede Dressel 1926 in dem Haus zur Welt, dass ihr heute noch Heimstatt ist. Mit zwei Geschwistern wuchs sie auf, die Schwester ist inzwischen verstorben, der Bruder blieb im Krieg in Russland. Wie es in der Landwirtschaft üblich war, half sie schon in ihrer Schulzeit auf dem elterlichen Bauernhof. Die Schule schloss sie mit der 8. Klasse ab, die landwirtschaftliche Berufsschule absolvierte sie in Oederan. 1958 übernahm sie den Hof von den Eltern, gemeinsam mit ihrem Mann Gottfried, den sie 1949 geheiratet hatte, der leider bereits im Jahr 2002 verstorben ist. Gottfried Dressel arbeitete als Brigadier in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG), der sie 1960 beigetreten waren. Da standen die etwa fünfzehn Kühe noch auf dem eigenen Hof, 1974 wurde auch das Vieh vergenossenschaftet. Im harten Arbeitsleben einer Bäuerin war der Eintritt in die LPG auch von Vorteil, denn die Arbeitsteilung schaffte mehr Ruhe. Trotzdem musste sich Elfriede Dressel 1974 dazu entscheiden, mehr Rücksicht auf ihre Gesundheit zu nehmen. Von da an arbeitete sie in der Puppenmöbelfabrik von Kleinhartmannsdorf. 1988 konnte sie in den Ruhestand treten. Von den drei Töchtern (Margitta 1949, Sigrid 1954, Karin 1955), die ihr drei Enkel bescherten, ist ihr Tochter Margitta, verheiratete Döring, besonders nah. Diese wuchs mit viel Freiheit, aber auch mit vielen Entbehrungen auf, besuchte die Schule am Ort, dann in Oederan, schloss ebenfalls mit der 8. Klasse ab. Aber früh erkannte sie, dass die Landwirtschaft eher nicht ihr Metier wäre, so begann sie eine Lehre als Weberin in Oederan, arbeitete nach Lehrabschluss 1966 noch drei Jahre im Beruf. 1969 wechselte sie mit der Heirat nach Freiberg, begann dort in der mechanischen Werkstatt des VEB Präzisionsmechanik. Sie hatte Zwischenjobs in einer Zahnarztpraxis, in der Porzellanfabrik, in der Textilindustrie, war acht Jahre in einer Handweberei. 1972 kehrte sie mit ihrem Mann Reinhard, der als Kraftfahrer tätig war und mit dem sie ein Pflegekind großzog, nach Oederan Neuhohelinde zurück. Sie arbeitete nun als Küchenhilfe im Stanz- und Ziehwerk Oederan, dann in einer Weberei und ab 1980 für den VEB Wäscheunion in der Bettwäscheproduktion. Nur kurzzeitige Jobs halfen ihr, als das Werk 1990 geschlossen wurde. Dann ging sie 1996 in die Erwerbsunfähigkeitsrente. Mit dem Kleinvieh und im Garten gab es trotzdem immer genug zu tun. Familie Döring hat im Jahr 2003 das Haus der Eltern übernommen und seither immer wieder modernisiert.
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