MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gertraude Drescher
Zur Zufriedenheit der Kunden
Friseuse
Obere Hauptstr. 36
09328 Lunzenau OT Göritzhain
Fon: 037383 / 61930
Gertraude Drescher ist aufgegangen in ihrem Beruf. Schließlich hatte sie den selbst gewählt und die Begegnung mit den Kundinnen (und Kunden) immer als bereichernd empfunden.
1938 wurde sie in Göritzhain (im Tal des Flüsschens Chemnitz / Mittelsachsen) geboren, lebt noch heute in ihrem Geburtshaus. Sie wuchs als Einzelkind auf, hatte jedoch die Freude, als im Krieg ausgebombte Großstädter im Anwesen untergebracht werden mussten, eine Freundin fast in ihrem Alter zu gewinnen, mit der sich, nachdem der Kontakt Jahrzehnte unterbrochen war, nun wieder erneute Begegnungen ergaben. Der Vater, Schuhmacher mit eigener Werkstatt im Seitengebäude, kam erst 1947 aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Die Mutter arbeitete für die Textilindustrie, teils in Heimarbeit, auch die junge Gertraude verdiente beim Knöpfeannähen ein paar Pfennige dazu. Von 1944–1952 besuchte sie die Schule. Ein privater Lehrer gab ihr Unterricht an der Konzertzither, mit der sie an den Auftritten der schulischen Musiziergruppe beteiligt war. Die damalige Musiklehrerin ist, hochbetagt, noch heute gern gesehener Gast bei den Klassentreffen ihrer Schüler. Den Wunschberuf Friseuse lernte sie bei einem privaten Meister im nahen Burgstädt. Nach der dreijährigen Ausbildung blieb sie im Salon, auch als ein neuer Inhaber diesen übernahm. 1958 gründeten fünf Meister eine Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH), in der die bisherigen Angestellten Mitglieder wurden, mehr Rechte hatten und am Jahresgewinn beteiligt werden konnten, wenngleich sie in Schichten eingesetzt waren. Aus der PGH wurde, als die wirtschaftlichen mit den staatlichen Strukturen 1990 grundlegenden Veränderungen unterworfen waren, eine GmbH. Gertraude Drescher blieb bis 1998, dann ging sie in Vorruhestand, vermisste fortan ihre nicht nur bei Stammkunden anerkannte Arbeit, hatte jedoch mehr Zeit sich um ihren Mann zu kümmern, der da schon Invalidenrentner war. Manfred Drescher (Heirat 1959) hatte Schlosser gelernt, lange in der Gießerei gearbeitet, er verstarb bereits im Jahr 2003. Die 1963 geborene Tochter Elke wohnt heute mit im Haus, zwei Enkel erweiterten die Familie, der erste Urenkel ist zu bewundern. Gertraude Drescher widmet sich gern der Hardangerstickerei und stillt ihre Sehnsucht nach fernen Ländern durch Lektüre von Büchern über deren Natur und Geschichte.