MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Jutta und Uwe Drews

Anspruch: Du musst

Jutta und Uwe Drews

Sozialsachbearbeiterin
Staatswissenschaftler
Thomas-Müntzer-Str. 29
04552 Borna
Fon: 03433 / 800115

Dies hatte er gelernt in jenen Zeiten, als er im Radrennsport, von 1954 bis 1961 betrieben, sich durchbeißen musste: zielstrebig sein, nicht aufgeben. Mit Hartnäckigkeit gestaltete er ebenso seine beruflichen Herausforderungen. Uwe Drews, 1937 in Dresden geboren, besuchte im Stadtteil Loschwitz die Schule, erlebte die Bombennächte (das Gedenken an den 13. Februar 1945 ist immer noch lebendig). 1946 zog die Familie nach Borna, wo er die 8. Klasse abschloss, anschließend bei der Konsumgenossenschaft eine Lehre als Gebrauchswerber absolvierte. Ab dem 2. Lehrjahr erfolgte die Ausbildung beim Kaufhaus „Fortschritt“ in Leipzig. Uwe Drews holte an der Volkshochschule 10. Klasse und Abitur nach. Das Studium an der Fachschule für Binnenhandel blieb durch die Scheidung in erster Ehe unvollendet. Er wechselte wegen besserer Verdienstmöglickeiten als Kraftfahrer in das Braunkohlenkombinat Borna. Daneben arbeitete er (erst im Urlaub, danach mit Freistellungen, erwirkt vom Ministerium für Leichtindustrie) als teilfreischaffender Gebrauchswerber bis 1991 für die Leipziger Messen und für Ausstellungen in der ganzen DDR und Berlin. Einst war er, um der Staatspartei SED zu entgehen, Mitglied der Liberal-Demokratischen Partei (LDPD) geworden. Diese berief ihn 1986 zum Geschäftsführer des Kreisverbandes Borna. Dazu ermöglichte man ihm ein Studium, abgeschlossen 1989 als Staatswissenschaftler, und entsandte ihn in den Kreistag. Als die LDPD 1990 in der FDP aufging, blieb er Mitglied, aber hauptamtliche Geschäftsführer gab es nun nicht mehr. 1991 fing er in einer Sicherheitsfirma an, fast ausschließlich Nachtdienst. In den letzten sechs Jahren bis zum Renteneintritt 2003 agierte er als hauptamtlicher Betriebsrat der großen Firma. 1970 hatte er in zweiter Ehe seine Frau Jutta geheiratet, die in Wiederitzsch (heute Stadtteil von Leipzig) 1941 zur Welt kam. Ihr zweites Leben begann, als sie dort den Beschuss durch amerikanische Soldaten überlebte. Nach achtjährigem Schulbesuch lernte sie Verkäuferin im Leipziger Kaufhaus „Fortschritt“, wurde 1. Fachverkäuferin, qualifizierte sich zur Verkaufsstellenleiterin. Mit der Heirat 1970 wechselte sie nach Borna, 1971 wurde Sohn Jens, 1978 Tochter Katja geboren. Beim Braunkohlenkombinat (BKK) Borna wurde sie bis 1994 in der Sozialökonomie eingesetzt. Zu DDR-Zeiten übernahm sie (ebenfalls LDPD-Mitglied) Verantwortung als Stadtverordnete von Borna und Schöffin beim Gericht. Das kulturinteressierte Ehepaar genießt die Konzerte im Leipziger Gewandhaus und die Zeiten als Dauercamper in der Uckermark. Für ihren Einsatz bei der Elbeflut 2002 wurden beide mit dem Sächsischen Fluthelferorden geehrt.
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