MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helga Dunkel
Klöppelkunst, die Menschen verbindet
Dipl.-Sozialarbeiter
Leitende Fürsorgerin
Maikäferweg 51
06116 Halle (Saale)
Fon: 0345 / 5710571
Soziale Verantwortung ist bis heute bestimmend im Leben von Helga Dunkel. 1939 im schlesischen Lauban geboren, musste sie erleben, wie in Kriegs- und Nachkriegszeiten Menschlichkeit nicht mehr höchstes Gebot war. Die Flüchtlinge rechneten einmal sogar mit ihrer Erschießung. Nur mit Mühe gelang ihnen, zur Großmutter nach Quedlinburg zu gelangen, wo der Vater – aus Kriegsgefangenschaft entlassen – schon wartete. In der Stadt am Harz besuchte Helga Dunkel die Schule bis zur 3. Klasse, lernte danach bis Klasse 8 in Halle weiter. Ihr Staatsexamen als Säuglings- und Kinderkrankenschwester konnte sie 1958 ablegen, an der Abendschule zugleich den Abschluss der 10. Klasse erwerben. Mit gerade neunzehn Jahren wurde sie schon als Stationsschwester eingesetzt. An der Kinderklinik der Universität in Halle (Saale) blieb sie vier Jahre im Beruf, dann wurde sie geworben, in die Kinderfürsorge einzusteigen. Die Fachschule in Weimar machte sie fit, um als Gesundheits- und Sozialfürsorgerin zu wirken. 35 Jahre diente sie mit unterschiedlicher Aufgabenstellung den Menschen der Stadt Halle, später vor allem Halle-Neustadt. Sie leitete Mütter- und Schwangerenberatung, agierte im Kinder- und Gesundheitsschutz, wurde leitende Fürsorgerin von Halle-Neustadt. Ihre Arbeit wurde u. a. mit der Hufeland-Medaille gewürdigt. Ihre Erfahrung war auch gefragt, als mit dem Ende der DDR Zuständigkeiten neu geklärt wurden. Im Amt für Versorgung und Soziales konnte sie manche Entwicklung mit anstoßen, neue Sozialstationen anregen. Als das Landesjugendamt Sachsen-Anhalt in Halle aufgebaut wurde, übernahm sie den Bereich Heimaufsicht und Heimberatung für die Betreuung vor allem behinderter Kinder. Große Verwahreinrichtungen wurden aufgelöst, in kleineren Einheiten konnte die schwierige Klientel besser gefördert werden.
Die geschiedene Mutter eines adoptierten Sohnes ist seit 1999 Ruheständlerin, engagierte sich noch viele Jahre ehrenamtlich in der Jugendhilfe, lebt mit dem neuen Partner Roland seit 18 Jahren zusammen und widmet sich nun vor allem dem 1997 gegründeten Creativ Club Büschdorf e. V. 1970 hatte sie das Klöppeln für sich entdeckt. Diese Technik hatte sie über Jahre gepflegt und prägt nun auch die gemeinsame Arbeit der Vereinsmitglieder bei der Entdeckung traditioneller Handarbeitsmethoden.