MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Waltraud Dreizner
Mit Herz und Seele für ihre Schützlinge
Erzieherin
07907 Oettersdorf
Als Waltraud Dreizner in den letzten Jahren wieder ihre schlesische Heimat besuchen konnte, stellte sie erfreut fest, dass das Haus ihrer Kindheit in Goldberg noch steht und in gutem Zustand ist. Als sie mit Hilfe ihres Sohnes im letzten Jahr das Grab ihres Vaters (1944 gefallen) finden konnte, war dies ein bewegendes Erlebnis. 1938 war sie in Goldberg geboren worden, im Februar 1945 ging es auf der Flucht vor der nahenden Front über Dresden ins Leipziger Land. Im Ermlitz fand die Familie Unterkunft, die junge Waltraud besuchte die Schule am Ort bis zur 6. Klasse, wechselte dann in die nahe Stadt Schkeuditz, musste aber in der Neubauernwirtschaft von Mutter und wenig geliebtem Stiefvater viel mitarbeiten. Im Ermlitzer Gutshaus war ein Kinderheim eingerichtet worden, dies weckte ihren Wunsch, Kindererzieherin werden zu wollen. Mit Energie kämpfte sie darum, dass sie nach Halle/ Saale auf die Pädagogische Schule gehen konnte, wo sie im Internat lebte, den Abschluss der 10. Klasse erwarb und als Kindergärtnerin ausgebildet wurde. Ihr erster Einsatz erfolgte im thüringischen Rauda (bei Eisenberg). Nach drei Jahren wurde sie in Eisenberg eingesetzt, dann führten sie Heirat und Geburt des ersten der drei Söhne in die Lausitz, nach Finsterwalde. Hier wurde sie Leiterin eines Kindergartens, wollte dann die Chance nutzen (die Erinnerung an Ermlitz war wach geblieben) als Erzieherin in einem Kinderheim zu arbeiten, absolvierte dazu ein Fernstudium. Doch mit dem Heimleiter und Teilen der Kollegenschaft war die Zusammenarbeit weniger erfreulich, so dass sie mit einem Kollegen tauschte, der von einem Lehrlingswohnheim für Mädchen weg wollte. Als ihr Mann in Oettersdorf (bei Schleiz) ein Haus bauen konnte, ging es wieder ins Thüringische. Ihre umfassende Qualifikation als Hort- und Heimerzieherin kam ihr zugute, als sie erst drei Jahre im Schleizer Lehrlingswohnheim, dann drei Jahre im Hort einer dortigen Schule Kinder betreuen durfte. Die letzten zehn Jahre bis zum Renteneintritt war der Schulhort in Oettersdorf ihre Wirkungsstätte, viele der Kinder halten heute noch den Kontakt. Zwei Ehen, heute ist sie verwitwet, die drei Söhne gehören zu ihrem Leben. Sie freut sich am Kochen, vor allem, wenn sie andere bekochen kann. Seit ihren Studienzeiten in Halle ist ihr die Freude am Theater geblieben, Besuche in den Theaterhäusern von Jena und Gera sind glückliche Bereicherung.