MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Wolfgang Drengk

Ein Leben für die Kirchenmusik

Wolfgang Drengk

Hochschullehrer für Kirchenmusik
99438 Bad Berka

Eigentlich befindet sich Wolfgang Drengk seit 2009 im Ruhestand. Aber er kann es nicht lassen. Noch heute unterrichtet er an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. Musik ist nun mal sein Leben. Geboren wurde Wolfgang Drengk 1944 im erzgebirgischen Hormersdorf bei Stollberg. Er wuchs in einem evangelischen Elternhaus auf. Schon als Schüler sang er in einem Chor geistliche Lieder. Die Kurrende gefiel ihm so gut, dass er nach dem Abitur 1962 an der Evangelischen Kirchenmusikschule in Dresden Orgel, Klavier und Gesang studierte. Danach war er Student für Kirchenmusik an der Musikhochschule Weimar. „Weil es 1969 noch keine Vermittlungen für Hochschulabsolventen gab, suchte ich mir selbst eine Tätigkeit. Ich fing an der Kinder- und Jugendsportschule in Bad Blankenburg als Korrepetitor für Kunstturner an“, erzählt Wolfgang Drengk. Ein Jahr später warb ihn die Universität von Jena ab. Dort arbeitete er wieder im Sportbereich. Nach dem Armeedienst wurde er 1974 an der Musikhochschule Lehrbeauftragter für die Schulmusik (Klavier und Musiktheorie). „Sogar eine Dozententätigkeit versprach man mir. Doch daraus wurde nichts, weil ich Christ bin und ich für die Erziehung und Ausbildung von sozialistischen Lehrerpersönlichkeiten nicht geeignet wäre“, sagt der Kirchenmusiker. 1976 erhielt er eine Festanstellung als Hochschullehrer, musste die Abteilung wechseln, gab nun Unterricht im Fach Tasteninstrumente (Klavier und Orgel). 1986 wurde Wolfgang Drengk in dieser Abteilung künstlerischer Oberassistent. „Kurz vor der Wende war ich wieder für eine Dozentur vorgesehen. Dazu kam es wieder nicht, diesmal wegen Umstrukturierung und Evakuation in den Fachrichtungen an der Musikhochschule“, sagt er. Weil ihm die Arbeit in der Schulmusik Freude bereitet hatte, durfte er nach der Überprüfung dorthin zurück. Somit blieb ihm eine mögliche Klage erspart. Zwar waren alle Professorenstellen besetzt, für Wolfgang Drengk wurde eine neue Stelle geschaffen. Fast die ganze Familie hat sich der Kirchenmusik verschrieben. Ehefrau Iris ist an der Hochschule künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Klavierspiel. Besonders stolz ist Wolfgang Drengk auf seine Söhne: Christian will Kirchenmusiker und Dirigent, Daniel Violinist werden, Witiko ist Bürokaufmann. Wenn Wolfgang Drengk nicht an der Musikhochschule ist, dann liest er Bücher zur Geschichte und Biografien, verreist in die Berge, pflegt erzgebirgische Traditionen.
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