MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Helga Dreger

Ein Leben am Webstuhl

Helga Dreger

Plüschweberin
Paul-Flemming-Str. 4
09648 Mittweida

Im kleinen Örtchen Ringethal an der mittelsächsischen Zschopau (erst 1994 nach Mittweida eingemeindet) wurde Helga Dreger (geborene Schneider) 1939 geboren, hier verbrachte sie ihr ganzes Leben, zog erst vor drei Jahren in die Stadt in eine kleine moderne Wohnung, übergab das Anwesen in Ringethal an Tochter Evelin und deren Familie. Die junge Helga wuchs als Jüngste von vier Geschwistern auf, erlebte mit den beiden Schwestern und dem Bruder eine recht bescheidene Kindheit. Die Mutter war in der Spinnerei tätig, der Vater. früh invalide, konnte nur Gelegenheitsarbeiten übernehmen. Doch hatten die Eltern etwas Land, das es zu bestellen galt, auch waren in den knappen Jahren nach dem Krieg Ährenlesen und Kartoffelnstoppeln angesagt. Ab 1945 besuchte sie acht Jahre die Schule, die bald im früheren Schloss angesiedelt war. Ihre Lehre absolvierte sie beim VEB Plüschweberei (vormals Fa. Stache, ein Name der im Volksmund auch zu sozialistischen Zeiten blieb). Für die theoretischen Fächer an der Berufsschule ging es nach Karl-Marx-Stadt (das heute wieder Chemnitz heißt). Nach bestandener Facharbeiterprüfung arbeitete sie in der Weberei, die vor allem Möbelbezugsstoffe herstellte. Wegen der Geburt der Tochter 1963 blieb sie relativ kurze Zeit zu Hause, begann dann wieder im gelernten Beruf. Als auf drei Schichten umgestellt wurde, bestand sie darauf, nicht in der Nachtschicht eingesetzt zu werden. Deshalb arbeitete sie zwischenzeitlich einige Zeit in der Küche, kümmerte sich um die Pausenversorgung der Kollegen, kehrte jedoch bald wieder in die Produktion zurück. Als die DDR zu Ende ging, wurde noch kurze Zeit produziert, aber das meiste fing an auf Halde zu liegen, so dass letztendlich die Produktion eingestellt werden musste. Einige Zeit war Helga Dreger arbeitslos, dann konnte sie eine Umschulung machen, verbunden mit einem Praktikum bei der Post, wo sie Briefe sortierte und ein halbes Jahr sogar noch festangestellt wurde, ehe sie dann in Rente ging. In jungen Jahren hatte Helga Dreger viel Freude am Tanzen, die Säle der Umgebung kennt sie alle. Hier lernte sie ihren Mann Helmut kennen, 1958 wurde geheiratet. Dessen Eltern, eine Umsiedlerfamilie, hatten eine Neubauernstelle in Ehrenberg erhalten. Helmut Dreger arbeitete als Maurer, er ist bereits im Jahr 2005 verstorben. 1959 hatten beide begonnen, ihr eigenes Haus zu errichten, in welches sie 1961 einziehen konnten. Helga Dreger freute sich den Enkelsohn aufwachsen zu sehen, liebt Handarbeiten und Kreuzworträtsel.
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