MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ruth und Werner Draßdo
Glück ist ... das gemeinsame Leben
Dreherin i. R.
Zerspanungsfacharbeiter i. R.
Massaneier Str. 29
04736 Waldheim
Fon: 034327 / 54091
Werner Draßdo erblickte das Licht der Welt am 11.06.1932 in Zschörnewitz. Als er vier Jahre alt war, zog die Familie ins Grüne Haus und dort verbrachte er insgesamt 18 Jahre.
1938 eingeschult, enthielt die Zuckertüte lediglich etwas Waffelbruch vom Bäcker. Vater war damals arbeitslos und fünf Kinder wollten versorgt sein. Einige schöne Stunden der Kindheit bescherten der nahe gelegene Teich und Versteckspiele inmitten der Felder.
Sein Wunsch, Elektriker zu werden, erfüllte sich nicht. 1946 war alles zerstört. Zwei Jahre überbrückte er mit Arbeit bei einem Bauern, begann 1948 in der Papierfabrik und wechselte 1954 ins Elektromotorenwerk Hartha. Hier wurde ihm der Abschluss als Zerspanungsfacharbeiter zuerkannt und er arbeitete sich bis zum Schichtleiter nach oben.
In die Partei ließ er sich nicht zwingen, unterstützte jedoch 13 Jahre lang die Betriebsgewerkschaftsleitung. Für Werner Draßdo ging im Juni 1990 nach der deutschen Vereinigung seine Berufsära zu Ende. Nach Entlassung nutzte er bis zur Rente eine Altersübergangsregelung. Beruflich nachteilig, erfreuten sich Draßdos dennoch des vereinigten Deutschland. Nie hätten sie gedacht, diesen friedlich herbeigeführten Wendepunkt noch erleben zu dürfen.
Ruth Draßdo wurde am 03.04.1937 in Leisnig geboren. Als Einzelkind lebte sie mit ihrer Mutter in einem kleinen Häuschen in Minkwitz, wo sie die Schule besuchte, für den Abschluss der 9. Klasse jedoch nach Leisnig wechselte. Im Elektromotorenwerk absolvierte sie eine Dreherlehre und wechselte später in die Dreherei Hartha. Verbesserungen versprach danach das Kassettenmotorenwerk, in welchem sie als Monteurin begann und ihre letzten sechs Berufsjahre als Kontrolleurin verbrachte.
Seine erste Frau hatte Werner Draßdo einst im Deutschen Haus in Waldheim kennen gelernt. Geheiratet wurde 1952 und die Kinder Wolfram, Klaus, Andrea, Angelika, Tobias und Sabine wurden geboren.
Doch das Schicksal schlug zu. 1974 verstarb seine Frau mit nur 41 Jahren an einer Krebserkrankung.
Nach Zeiten der Trauer trat wieder Licht in sein Leben. Er lernte seine Ruth kennen und den Beiden gelang eine Meisterleistung. Sie heirateten 1975. Somit bekam sie einen Ehemann mit sechs Kindern. Sie selbst brachte Tochter Heike mit in die Ehe und ihr Lebenswerk, das sie stolz macht, besteht darin, aus zwei Familien eine wunderbare Familie geformt zu haben. Die Nachkommenschaft ist groß. Ruth und Werner Draßdo haben 18 Enkel und bislang um die 20 Urenkelkinder.
In der Freizeit schaut sie sich gern Unterhaltsames im Fernsehen an. Er werkelt in Haus, Hof und Garten. Glück bedeutet für sie, noch gemeinsam das Leben gestalten zu können und dies möge noch lange so bleiben.