MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Kurt Dorfmann
Mit Musik im Leben geht alles besser
Zimmerermeister
Straße der Einheit 101
99955 Bad Tennstedt
Fon: 036041/ 57398
Schade, dass man bei handwerklicher Arbeit nicht gleichzeitig selbst Musik machen kann. So musste auch Kurt Dorfmann trennen zwischen solidem Beruf und künstlerischer Berufung. Doch beides ausleben zu können, schien ihm die beste Möglichkeit, fröhlich durchs Leben zu gehen.
Bad Tennstedt im Thüringer Becken war 1935 sein Geburtsort und blieb Lebensmittelpunkt bis heute. Dort besuchte Kurt Dorfmann die Schule bis zur 8. Klasse, dem folgte eine dreijährige Zimmermannslehre. Neben praktischer Berufserfahrung vertiefte er sein Wissen später auf der Meisterschule, die er erfolgreich abschließen konnte. Im Leben, das kein Zuckerschlecken sein muss, lernte er die Vor- wie Nachteile der DDR-typischen Entwicklung kennen, von der Rationierung durch Lebensmittelmarken in den fünfziger Jahren bis zu Benachteiligungen, wenn man nicht der richtigen Partei angehörte, die Vergenossenschaftung der Handwerksbetriebe, die hier 1958 griff und die Selbständigkeit einschränkte, aber auch Vorzüge in der Kooperation der Gewerke brachte. Von 1977 bis 1985 wirkte Kurt Dorfmann als Vorsitzender der Produktionsgenossenschaft des Bauhandwerks Bad Tennstedt, konnte viel für seine Innungskameraden erreichen. Als Leiter der Technischen Kontrollkommission (TKO) des Kreisbaubetriebes Bad Langensalza agierte er von 1985 bis 1989, arbeitete dann die letzten Jahre bis zum Renteneintritt 1997 in einem privaten regionalen Baubetrieb als Bauleiter.
Die Musik lernte er als Mitglied des örtlichen Posaunenchors lieben, den sein Vater leitete. Sein Metier blieb die blasende Zunft, er probierte mehrere Blasinstrumente aus, spezialisierte sich vor allem auf das Bariton, ein tönendes Mitglied der Hornfamilie. An der Musikschule in Sondershausen betrieb er nun schon professionelle Musikstudien, weshalb er sich staatlich anerkannter Kapellmeister nennen darf. Bis heute, seit vielen Jahren als Mitglied der Thüringer Angerblasmusikanten, blieb ihm die Freude an der Musik erhalten. Für das Arrangieren von Musikstücken nutzt er nun statt des Notenblattes den Computer.
Mit seiner Frau Woghild, Heirat 1959, konnte er das gemeinsame Eigenheim um- und ausbauen, so sind sie zur untrennbaren Einheit zusammengewachsen, verbringen an Jahren und im Miteinander nun schon mehr als goldene Zeiten. Aus ihrer Beziehung entstammt Tochter Heike, die in der Region lebt und arbeitet. Zur Familie gehört noch eine Enkelin sowie, zu ihrer ganzen Freude, seit kurzem ein Urenkel.