MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rainer Doempke
Mit Fleiß, Ausdauer und Glück ging es immer weiter
Kfz-Schlosser
Wirtschaftsinformatiker
Kraftfahrzeugmechanikermeister
Karosserie- und Fahrzeugbaumeister
Lehrer und Ausbilder
Ehemaliger CDU-Gemeinderat von Lastau und Stadtrat von Colditz
Dorfstraße 54
04680 Colditz / Ortsteil Lastau
Es ist schwer, das Leben von Rainer Doempke auf nur eine Buchseite zu reduzieren.
Geboren wurde er 1950 im sächsischen Grimma, lernte später Autoschlosser, reparierte und wartete Personenwagen. Während seiner Armeezeit lernte er die Reparatur von Lkws, was ihm bei seiner späteren Berufstätigkeit sehr half. „Anfang der 70er Jahre wollte ich eine Familie gründen. Damals herrschte Wohnungsnot. So kam mir die Idee, ein Haus zu bauen, was in der DDR nicht einfach war. Deshalb fing ich bei der Landwirtschaftlichen Bauorganisation in Rochlitz an. „Hier qualifizierte ich mich zum Hebezeugwärter und Hebezeugführer weiter. In der ZBO konnte ich Maschinen für den Hausbau am Wochenende ausleihen. Nach dem Einzug ins neue Haus heiratete ich meine Gattin Kristina. 1988 bekam ich gesundheitliche Beschwerden, unter denen ich schon als Kind litt, und musste operiert werden. Weil ich unter Werkstattdämpfen litt, wechselte ich dann ins Lager und übernahm den Ersatzteileinkauf. Es wurde immer schwieriger, Ersatzteile für Baumaschinen und Fahrzeuge zu bekommen. Für fünf Mark oder Obst und Gemüse aus meinem Garten erhielt ich doch noch einiges. Aber ich merkte damals schon, dass es mit der DDR bergab ging“, erzählt Rainer Doempke.
Nach der Wende fiel seine Stelle im Ersatzteillager weg. Da er den Kranschein hatte wurde er als Baumaschinist eingesetzt. „Einen Turmdrehkran aus 22 Meter Höhe zu steuern, war nicht mein Ding; ich fuhr lieber Radlader.“ Aber das Durchschütteln auf den Baustellen bekam ihm überhaupt nicht. Es ging ihm gesundheitlich immer schlechter. 1991–1993 absolvierte er in Leipzig eine Ausbildung zum Wirtschaftsinformatiker, bestand als Einziger ohne Abitur und als Ältester die IHK-Prüfung. Nach kurzer Arbeitslosigkeit war Rainer Doempke bei einem Baumaschinenhändler für über 30 Fahrzeuge verantwortlich, besorgte wieder Ersatzteile, diesmal ohne Schwierigkeiten. Während dieser Zeit qualifizierte er sich in der Abenschule zum Kfz-meister. Ende der 90-er Jahre ging es mit der Bauwirtschaft bergab. Rainer Doempke nahm in einer Anhänger-Firma die Stelle als mitarbeitender Meister an. Da er nicht bereit war unbezahlte Überstunden leisten sollte, wurde er nach sechs Wochen gekündigt. Dann begann er eine Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumeister, entwickelte und baute Wohnwagen bis 3,5 t und Unfallsimulatoren. Es ging zwei Jahre gut, bis sich auch hier die Auftragslage deutliche verschlechterte. Das bedeutete für ihn sich beruflich neu zu orientieren. Er begann als Ausbilder für CNC Technik.Um das nötige Fachwissen zu erlangen belegte er ein Fernstudium für CNC Technik. Das beudeuetet für ihn abends lernen und am nächsten Tage lehren. Danach übernahm er die Ausbildung von Lehrlingen im Beruf des Konstruktionsmechanikers.
Ab Herbst 2003 bildete Rainer Doempke als Stütz- und Förderlehrer Lehrlinge für die Berufe Kfz-Mechatroniker, Metallbauer und Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker aus. „In einem Pilotprojekt mit 23 Langzeitarbeitslosen übernahm ich im November 2006 die theoretische Ausbildung zum Kfz-Servicemechaniker. Nach einen Jahr waren noch 14 Auszubildende dabei. Sie alle haben die Prüfung bei der HWK bestanden“, sagt Doempke. Später litt er unter Depressionen, bekam EU-Rente, war dann wieder ein paar Monate stundenweise als Stütz- und Förderlehrer tätig. Heute arbeitet er ein paar Stunden auf 400 €-Basis. Für ihn es wichtig unter Leute zu kommen. Der Ehemann von Kristina, die Pflegedienstleiterin ist, sowie Vater von Corinna, Beamtin beim Finanzamt, und Steven, von Beruf Diplominformatiker und Softwareentwickler, hofft, wieder richtig gesund zu werden. Das ist Rainer Doempkes größter Wunsch.