MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Waltraut Doege

In guten wie in schlechten Tagen

Waltraut Doege

Schuhfacharbeiterin
Waldstr. 7
09573 Augustusburg

Waltraut Doege, geb. Schreiter, kam am 14.05.1933 im sächsischen Eppendorf zur Welt und wuchs mit einer fünf Jahre älteren Schwester auf. „Mein Vater war gelernter Hufschmied, arbeitete aber vorrangig als Schlosser und Heizer. Unsere Mutter ging zu den umliegenden Bauern Wäsche waschen und half ihnen im Haushalt“, erzählt sie über die Eltern, welche zu den großen Vorbildern ihres Lebens gehören. „Wir haben in einem Sechsfamilienhaus gelebt, das mein Großvater 1904 gebaut hat. Ich bin hier zusammen mit meinen Cousins groß geworden. Wir haben bis heute ein enges Verhältnis und telefonieren jedes Wochenende miteinander“, berichtet Waltraut weiter. Von 1939–1947 besuchte sie die Schule in ihrem Heimatdorf und ging anschließend für drei Jahre in Stellung. „Während dieser Zeit hatte ich nur einen Sonntag pro Monat frei und gerade mal 12 Tage Urlaub im Jahr. Das war sehr prägend und lehrreich“, schmunzelt sie. Anschließend arbeitete Waltraut in der Stepperei des VEB Schuhfabrik „Kranich“ Eppendorf und machte später noch einen Berufsabschluss als Schuhfacharbeiterin. „Wir haben hier hauptsächlich Straßenschuhe hergestellt. Ich habe an fast jeder Maschine gesessen, die es gab“, sagt sie rückblickend. Bis zur Wende ging sie dieser Tätigkeit nach und wurde dann mit Schließung der Firma pensioniert. 1956 hatte Waltraut ihren Mann Josef Doege geheiratet, der ebenfalls in der Schuhfabrik arbeitete und ursprünglich aus Pommern stammte. Mit Mike (*1964; Berufsschullehrer in Freiberg) hat das Paar einen Sohn und mittlerweile zwei Enkel und drei Urenkel. Während in der Jugend vor allem sportliche Aktivitäten die Freizeit bestimmten, war es später der gemütliche Bungalow mit angrenzendem Garten, welcher vor allem in den Sommermonaten als Oase im Grünen zur Erholung genutzt wurde. Auch das Reisen gehörte zu den Lieblingsbeschäftigungen von Waltraut und Josef Doege. „Als mein Mann den ersten Schlaganfall erlitt, war für mich klar, dass ich seine Pflege zu Hause übernehme. Ich war acht Wochen mit in der Rehabilitationsklinik Kreischa und habe mir vieles bei den Schwestern abgeschaut. Josef hat in seiner gewohnten Umgebung sogar wieder sprechen gelernt. Den Bungalow musste ich allerdings verkaufen. Das ist mir nicht leicht gefallen“, gesteht Waltraut Doege, die ihren Mann fünf Jahre lang betreute. 2012 verstarb Josef Doege und hinterließ eine große Lücke. „Ich bin ein Herdentier. Das Alleinsein ist nichts für mich“, sagt Waltraut, die vor allem die lustige Art ihres Mannes vermisst, an die sie sich gern erinnert. Die Familie hat ihr über den schweren Verlust hinweg geholfen. „Bei uns ist es immer sehr harmonisch zugegangen“, erzählt sie. Deshalb wünscht sich Waltraut Doege auch für die Zukunft, dass alle füreinander da sind und ihre Lieben zufrieden und gesund bleiben.
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