MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans-Jürgen Dietsch

Fast ein halbes Jahrhundert im Ehrenamt tätig

Hans-Jürgen Dietsch

Diplomingenieur für Mikrowellentechnik
99510 Apolda

Seit 1970 setzt er sich mit viel Herzblut, Wissen und Können für seinen Ort Niederroßla im heutigen Kreis Weimarer Land ein. Dabei ist der Diplomingenieur für Mikrowellentechnik Hans-Jürgen Dietsch (seit 1965 verheiratet mit seiner Christel, Maschinenbauingenieurin, ein Sohn, der eine Zimmerei betreibt, drei Enkelkinder, ein Urenkel) kein gebürtiger Thüringer. Zur Welt gekommen 1941 in Osnabrück, verschlug es Hans-Jürgen Dietsch durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges zunächst nach Stendal, wo seine Mutter ihre Wurzeln hatte, später nach Apolda, woher sein Vater stammte. 1948 in Apolda eingeschult, wollte er nach der Grundschule zur Oberschule, um das Abitur (1960) machen zu können. Er war kein Arbeiter- und Bauernkind, deshalb kam er erst zur Mittelschule. Aber der Vater, Chef eines Textilbetriebes, schaffte es, dass der Sohn zur Oberschule wechseln konnte. Nach seiner Armeezeit in Erfurt (1960–1962) durfte er als ehemaliger NVA-Angehöriger studieren und sicherte sich somit einen Studienplatz für Mikrowellentechnik an der Technischen (TH) Ilmenau (1962-1968). 1968 hatte er seinen Abschluss als Diplomingenieur auf diesem Gebiet in der Tasche. 1968–1996 arbeitete Hans-Jürgen Dietsch bei Carl Zeiss Jena im Forschungszentrum als Elektronikentwickler. Parallel zu dieser spannenden und erfolgreichen Zeit hatte er noch ein postgraduales Studium zum Ingenieur für Datenverarbeitung in Görlitz (1969–1972) absolviert. Er arbeitete für die Warengruppen Vermessungsgeräte (elektrooptische Tachymeter), Bildmeß (Flugzeug, Kameras), Fernerkundung der Erde (Auswertung MKF6 Fotos) und Medizinische Geräte. Viele Dienstreisen führten ihn in alle sozialistischen Länder, wo er Geräte aufstellte und die Kunden einwies. Nach der Wende erlebte er den Umbruch bei Zeiss mit und war einer der Letzten, die entlassen wurden. Drei Jahre ohne Arbeit (1996–1999) zu sein, beschreibt Hans-Jürgen Dietsch als „keine einfache Zeit“. Erst über den zweiten Arbeitsmarkt, dann als Festangestellter beim Landratsamt beschäftigt, wirkte er im Bereich Wirtschaftsförderung / Tourismus bei der Radwege-Planung und Bau. Für alle touristischen Schilder im Weimarer Land war er verantwortlich. Seit 2007 Rentner, engagiert er sich weiter gesellschaftlich wie bisher. Dazu gehört neben vielen anderen Aufgaben (Feuerwehr, Seniorenbeirat, Ortschronist, Elefantenfest, Antennengemeinschaft, Burg- und Heimatverein Niederroßla, Männerstammtisch Kirche) sein Ehrenamt als langjähriger Bürgermeister von Niederroßla (1994–2010) ebenso wie die Fähigkeit, Dinge anzuschieben, Probleme zu lösen und seine Mitstreiter zu begeistern. So war Hans-Jürgen Dietsch, ein politisch engagierter Bürger, zur DDR-Zeit Mitglied der LDPD, nach der Wende als Gründungsmitglied der Freien Wähler Weimarer Land, stets nah an den Bürgern dran, was unter anderem bei der Rettung der Wasserburg vor dem Verfall seinen Ausdruck fand und noch immer findet. Seit 2016 ist er als stellvertretender Vorsitzender des Burg- und Heimatvereins Niederroßla (2004 gegründet, er war Gründungsmitglied) aktiv, um die Wasserburg als Touristenmagnet weiter erlebbar zu machen. Hans-Jürgen Dietsch ist ein Macher und will noch ein paar Jahre mitgestalten, dabei gesund bleiben und Zeit mit seiner Familie verbringen. Er ist stolz auf sie und das Geschaffene. Von der Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land wurde Hans-Jürgen Dietsch mit dem Bürgerpreis 2017 für sein Lebenswerk geehrt.
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