MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hartmut Dins

Wo selbst die Holzspäne noch nützliche Verwendung finden

Hartmut Dins

2. v. l., mit Ehefrau Ingrid, Sohn Andreas und Enkel Anton
Bau- und Möbeltischlerei
Obergasse 150 A
06556 Ichstedt
Fon: 03466 / 21070

Verschwendung ist Hartmut Dins fremd. Jedes Stück des so wunderbaren Rohstoffes Holz soll in der Tischlerei genutzt werden. Deshalb ließ er Anfang der 2000er Jahre auf deren Gelände einen Turm bauen, immerhin dreizehn Meter hoch und seitdem Blickfang des thüringischen Dorfes am Rand des Kyffhäusergebirges, in dem Späne und andere Holzabfälle gelagert werden, um später die Gebäude zu beheizen. Seitdem spart die Firma deutlich bei den Heizkosten. Vor allem aber werden Fenster und Türen aus Holz und Kunststoff gefertigt, Parkettböden, Treppenbau und ganze Inneneinrichtungen geplant und ausgeführt. Schon seit mehr als achtzig Jahren gibt es den Familienbetrieb, einst 1934 in Berlin von Herbert Dins seinem Vater als Möbelfabrik gegründet. Am Ende des 2.Weltkrieges nach einem Bombenangriff völlig ausgebrannt, eröffnete dieser im Herbst 1945 sein Unternehmen in einer Ladenwohnung als Tischlerei, die von Hartmut Dins 1988 nach Ichstedt, in die Heimat seiner Ehefrau Ingrid, die seit 1970 an seiner Seite ist, verlagert wurde. Geboren 1943 in Berlin, konnte Hartmut Dins nach achtjähriger Schulbildung 1957 eine dreijährige Lehre in der väterlichen Firma antreten, doch dem jungen Gesellen verwehrte DDR-typische Bürokratie den Meisterlehrgang. Er konnte jedoch ab 1964, nachdem er zuvor vier Jahre an der Abendschule sein Abitur nachgeholt hatte, in Weimar ein Studium des Bauwesens aufnehmen und 1970 als Diplomingenieur abschließen. Danach war er auf den Baustellen der DDR unterwegs, ehe er 1988 in monatelanger Mühseligkeit die Behörden des damaligen Kreises Artern überzeugen konnte, dass eine Tischlerei in Ichstedt auch für den Sozialismus von Vorteil sein könnte. Sozialismus und DDR gab es wenig später nicht mehr, aber Hartmut Dins brauchte von den Vorzügen freier Marktwirtschaft nicht überzeugt werden. Maschinen und Ausrüstungen hatte er 1988 vom Prenzlauer Berg in Berlin in die neue Heimat verlagern können, inzwischen wurden Werkstatt und Bürotrakt neu errichtet, moderne Technologie hat Einzug gehalten. Aber traditionelle Handarbeit hat in diesem Metier noch immer ihren besonderen Stellenwert. Obwohl Hartmut und Ingrid Dins bereits im Ruhestand sind, ist ihre helfende Hand weiter gefragt. Seit 2010 führt Sohn Andreas das Familienunternehmen und mit Enkel Anton steht auch schon die 4.Generation in den „Startlöchern“.
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