MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Irmgard Dobelke
Flink und geschickt durchs Leben
Ernst-Thälmann-Str. 41 15366 Neuenhagen Fon: 03342 / 7735
Irmgard Dobelke wurde das Glück nicht in die Wiege gelegt, als sie 1939 geboren wurde. Zeitig, mit erst sechs Jahren, verlor sie innerhalb von sechs Wochen fast alle ihre nahmen Verwandten (Mutter, Oma, Opa). In der ohnehin schweren Zeit 1945, nahm die Schwester ihres Vaters sie auf, zog sie, neben vier Waisen, die sie in der schweren Zeit schon aufgenommen hatte, auf. Selbst Schneidermeisterin, muss sie das Geschick wohl an das kleine Mädchen Irmgard vermittelt haben, denn die verdiente ihr erstes eigenes Geld mit dem stricken einer Jacke für ein anderes Kind. Beruflich wollte sie aber anderes lernen, am liebsten Büro-Arbeiten verrichten. Es hat nicht gleich geklappt und so lernte sie erst Fleisch- und Wurstverkäuferin, übte aber schon beim Nachbar auf dessen Schreibmaschine fleißig. Sie verfolgte ihren Wunsch hartnäckig, absolvierte einen Kurs für Schreibmaschine und Steno, arbeitete nun im Gemeindebüro in Altreetz.
Nach fünf Jahren russischer Gefangenschaft kehrte ihr Vater, längst tot geglaubt, zurück. Gerne erinnert sich Irmgard Dobelke an die Freude wieder eine eigene Familie zu haben und daran, wie ihr Vater ihr zum 21. Geburtstag das Grundstück kaufte, auf dem heute noch ihr Haus steht.
1957 hatte sie ihren Ehemann kennengelernt, 1958 geheiratet. Die Kinder Gabriele (geb. 1959), Beate (geb. 1960) und Ralf (geb. 1967) wurden geboren. Eine Zeit, in der sie mehr für die Familie da sein musste und wollte. Sie besann sich wieder auf ihre handwerklichen und kreativen Fähigkeiten, kaufte eine Strickmaschine konnte mit Heimarbeit ihr Haushaltsgeld etwas aufbessern. 1974, die Kinder waren aus dem Gröbsten raus, nahm sie wieder eine Stelle als Sekretärin in einem großen Baubetrieb in Berlin an. Bis 1995 blieb sie dort, war dann von Arbeitslosigkeit betroffen. Keine Situation, die sie die Hände in den Schoß legen ließ. Das Haus wurde umgestaltet, Gästezimmer und Gästewohnung eingerichtet, Vermietung durchgeführt – bis heute.
Bis 2003, durch einen unverschuldeten Unfall, mehrfach operiert, gab es in dieser Zeit auch Gutes: Sie erfuhr von der Scheidung eines ehemaligen Arbeitskollegen und konnte sich mit diesem in guter Partnerschaft vereinen und so, nach dem Tod Ihres Mannes 1993, eine neues privates Glück finden. Nun hofft sie weiterhin gesund zu bleiben, mit weniger Schmerzen leben zu dürfen und somit Kraft zu haben für ihre Hobbys, Rosen und Orchideen, die ihr den „grünen Daumen“ mit prachtvollen Blüten danken.