MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christina und Ewald Dietl

Es gibt für alles einen Weg

Christina und Ewald Dietl

Handschuhmacherin
Maschinenschlosser
Seelingstädter Str. 7
04668  Grimma

Aus dem einstigen Elternhaus, wo sie als Christina Schatz 1949 geboren wurde, hat das Ehepaar Dietl mit viel Mühe und Handarbeit ihr heutiges Heim geschaffen. Frau Dietl wuchs als Mittlere von drei Geschwistern auf. Der Vater arbeitete als Bauglaser, die Mutter übernahm Heimarbeit, wobei die Kinder häufig mit eingespannt wurden, zudem in Haushalt und Garten ihr Pensum hatten oder in Wald und Flur beim Sammeln von Teefrüchten eingesetzt wurden (Lohn: ein Windbeutel beim Bäcker nach der Ablieferung in Liebertwolkwitz). Nach achtjährigem Schulbesuch, 1963 abgeschlossen, nahm die noch junge Christina eine Lehre bei der M. & P. Händel Lederhandschuhfabrik in Grimma auf. Nach drei Jahren konnte sie den Abschluss als Handschuhmacherin erwerben (bei den Prüfungen stand sie schon kurz vor der Entbindung des ersten Sohnes) und arbeitete fortan in dieser Firma, die 1972 zum VEB Lederhandschuhe wurde. Mit dem Ende der DDR und ihren Wirtschaftsstrukturen 1990 engagierte sie sich im Betriebsrat, aber die Auflösung des Werks konnte nicht vermieden werden. Über ein Praktikum fand sie in der örtlichen Etuifabrik bei der Fertigung von Brillenetuis für rund vier Jahre neue Aufgaben, doch gesundheitliche Probleme führten 1999 zum vorzeitigen Übergang in den Rentenbezug, gegen die Behörden und ihre Gutachter erstritten. Ihren späteren Mann Ewald (Heirat 1967) hatte sie einst auf dem Rummelplatz kennengelernt. Er kam 1943 in Brüx (damals Sudetengau, zuvor und heute Tschechische Republik) zur Welt. Doch das Ende des Krieges trieb dessen Familie in sächsische Lande, wo er wie seine ältere Schwester und die Mutter in Seelingstädt bei Grimma Aufnahme fanden. Der Vater stieß, aus Kriegsgefangenschaft kommend, erst 1949 wieder zu ihnen und war dem Jungen anfangs doch sehr fremd. In Seelingstädt besuchte Ewald Dietl acht Jahre die Schule und begann 1957 seine dreijährige Lehre als Maschinenschlosser beim VEB Maschinen- und Apparatebau Grimma. Danach war er im Vorrichtungsbau tätig, verpflichtete sich aber 1961 noch für zwei Jahre zum Dienst bei der Armee, als Mechaniker auf dem Cottbuser Militärflugplatz im Einsatz. Als er in seinen Lehrbetrieb zurückkehrte, wurde ihm ein Lehrgang in Leipzig angeboten, nach dessen Abschluss er im Bereich Hydraulik viele Jahre erfolgreich wirken konnte. Auch für diesen Betrieb kam mit dem Jahr 1990 das Aus. Ewald Dietl fand neue Arbeit bei einem Investor für Transportanlagen der Getränkeindustrie, war nun viel unterwegs, wechselte dann zur Eisenberger Firma Knoll (Hydraulik Systeme), bis diese an die Firma Hansa-Flex überging, für die er deren Grimmaer Niederlassung bis zum Jahr 2006, als er in Rente ging, betreute. Zum Stolz der Familie gehören die beiden Söhne Mario (1966 geboren) und Frank (1971) sowie drei Enkel und zwei Urenkelkinder.
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