MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ilse Dietrich

Mit Nachwuchs reich beschenkt

Ilse Dietrich

Verkäuferin
07546 Gera

Zur Bilanz von Ilse Dietrich gehören neben dem Reichtum an Arbeit in Job und Familie und der glücklichen Beziehung mit Ehemann Günther, der zu früh von ihr gegangen ist, vor allem auch die drei Kinder, die fünf Enkel und drei Urenkel, für die sie sorgend da sein konnte. Geboren wurde sie in Mecklenburg. 1934 kam sie in Mühlenhof, etwa 30 Kilometer östlich von Schwerin zur Welt. Der Zweite Weltkrieg riss eine große Lücke in die Familie. Der Vater, zur Wehrmacht verpflichtet, kam nicht zurück. Zwar erhielt die Mutter bei der Bodenreform fünf Hektar eigenes Land zugewiesen, doch musste sie diese bald wieder abgeben, allein mit vier heranwachsenden Kindern konnte sie auf Dauer das Feld nicht bestellen. Die junge Ilse besuchte die Schule im Nachbarflecken Augzin. Dem Abschluss der 8. Klasse folgte keine Lehrausbildung, denn ihre Mitarbeit in der Landwirtschaft war unabdingbar. Doch lernte sie zeitig ihren späteren Ehemann kennen. Günter Dietrich stammte aus Ostpreußen. Die Aussiedler wurden im Landstrich nahe der Mecklenburgischen Seenplatte einquartiert, auch er war anfangs beim Bestellen der Äcker gefragt, meldete sich aber dann für drei Jahre zur Kasernierten Volkspolizei (der Vorläufereinrichtung der Nationalen Volksarmee). Inzwischen wurde, Frau Ilse war 1953 gerade neunzehn Jahre alt geworden, die erste gemeinsame Tochter, Regina, geboren. Auch nach der Heirat 1956 wohnten beide zeitweise getrennt, denn Günter Dietrich hatte im sächsischen Crimmitschau einen Bruder, der für den Uranerzbergbau der SDAG Wismut arbeitete. Dort waren die Arbeitsbedingungen zwar hart, aber die Löhne ungleich besser. Als eine Wohnung in Gera zur Verfügung stand, zog seine Frau nach. In dieser Wohnung hat Ilse Dietrich immer noch ihr geliebtes Zuhause. Der Tochter Regina folgten bald Sohn Ralf und Tochter Erika. Ilse Dietrich blieb zehn Jahre zu Hause, denn Kindergartenplätze waren rar, dann begann sie als Verkäuferin in einem Lebensmittelladen der Konsumgenossenschaft. Später wurde sie auch als Kassiererin eingesetzt, blieb dem Geschäft rund dreißig Jahre treu, bis es mit den Umstrukturierungen nach dem Ende der DDR geschlossen wurde. Da ging sie in den vorzeitigen Ruhestand. Ähnliches traf auf ihren Mann zu, der bei der „Wismut“ bis zum Ende des Uranbergbaus als Kipperfahrer tätig war, dann ebenfalls in den Vorruhestand verabschiedet wurde. Nur waren ihm nur noch wenige Jahre vergönnt, er verstarb während einer Ferienreise in der Schweiz. Auch wenn Sohn Ralf zur Arbeit nach Österreich pendelt, haben alle Kinder ihren Wohnsitz noch in Gera, so hat Ilse Dietrich den großen Familienkreis recht oft in der Nähe. Viele Tage verbringt sie noch immer im geliebten Garten.
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