MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans und Karin Dicke

Familiäre Berufstraditionen

Hans und Karin Dicke

Lokomotivführer
Medizinisch-technische Assistentin
07549 Gera

Großvater und Vater waren Lokomotivführer, kein Wunder, dass es auch Hans Dicke zur Bahn zog. 1942 in Gera geboren, besuchte er die Lutherschule bis zur 8. Klasse 1957, hätte Chancen auf weitere Bildung gehabt, doch den Eltern fehlte das Geld für Oberschule und Studium. Drei Jahre dauerte seine Ausbildung zum Dampflokomotivschlosser. Unterbrochen vom anderthalbjährigen Pflichtwehrdienst, arbeitete er im Beruf, qualifizierte sich zum Heizer und endlich 1970 zum Lokomotivführer. Anfangs waren es „Dampfrösser“, ab 1974 durfte er Diesellokomotiven fahren, in den letzten Jahren auch Intercity-Züge. Über eine Vorruhestandsregelung verabschiedete er sich im Jahr 2007 endgültig in den Ruhestand. Seine Frau Karin kam in Posen auf die Welt, als die Stadt 1942 nach preußischen und polnischen Zeiten gerade wieder von der Deutschen Wehrmacht besetzt war. 1945 führte die Flucht vor der nahenden Front nach Gera. Hier übernahm der Vater als Friseurmeister eigene Geschäfte, doch die Scheidung der Eltern und die Flucht des Vaters vor Steuerforderungen der DDR-Behörden in den Westteil Deutschlands ließen die junge Karin und ihre drei Geschwister fast ohne Vater aufwachsen. Die Mutter entschied sich 1952 für Meiningen als Wohnort. Hier besuchte Karin die Schule bis zur 10. Klasse. Doch der Bruder hatte schon in Gera einen eigenen Salon (vom Großvater bis zur Großenkelin prägte der Friseurberuf die Familie), sie besuchte ihn häufig und lernte dabei Hans Dicke kennen. 1962 wurde geheiratet. Davor hatte sie in der Meininger Poliklinik Laborantin gelernt, arbeitete nach der Heirat im Eisenberger Krankenhaus, ging mit Mann und erstem Nachwuchs für zwei Jahre wieder nach Meiningen (denn dort bekamen sie eine Wohnung für die junge Familie), kehrte 1964 endgültig nach Gera zurück, kümmerte sich um die Kinder und verdiente in der Kammgarnspinnerei etwas zum Familieneinkommen hinzu, bis sie 1970 wieder als Laborantin der Poliklinik anfangen konnte. Trotz der drei Kinder und des Schichtdienstes bewältigte sie ein Fernstudium mit Abschluss als Medizinisch-technische Assistentin (MTA). Als 1990 die Polikliniken aufgelöst wurden, besuchte sie in Baden-Württemberg einen vierteljährigen Lehrgang, um die neuesten Entwicklungen (vor allem in der Arbeit mit Computern) aufzunehmen und arbeite danach lange Jahre bis zum Renteneintritt für eine private Laborgemeinschaft mit Stuttgarter Chef und sächsischen Filialen, pendelte meist zwischen Werdau, Zwickau und Chemnitz. Die Söhne Thomas (1963 geboren) und Stefan (1964) sowie die Tochter Kerstin (1965) sorgten für vier Enkel und diese wiederum für vier Urenkelkinder.
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