MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Frank und Gisela Detzner

Weihnachten wie im Erzgebirgsmuseum

Frank und Gisela Detzner

Lehrenbauer und Außenrundschleifer
Tuchmacherin und Fachverkäuferin
08428 Langenbernsdorf

Naht die Adventszeit, sieht es rund um Weihnachten bei Frank und Gisela Detzner zu Hause in Langenbernsdorf aus wie in einem Erzgebirgsmuseum. Denn das Hobby von Frank Detzner war viele Jahre das Drechseln als Ausgleich zu seiner Arbeit als Lehrenbauer in der Maßindustrie im VEB Werdau. Die Arbeit mit Holz hat ihm als Kontrastprogramm zur Arbeit beim Umgang mit Metall viel Spaß gemacht, sagt der passionierte Drechsler über seine große Leidenschaft. Er hatte etliche private Aufträge, blickt er heute zurück. Doch ist der Winter zu lang, sehnt sich Frank Detzner nach Natur und geht gern in den Garten. Dort erfreut er sich vor allem an Blumen. Das Ehepaar aus dem Landkreis Zwickau in Sachsen ist seit 1962 glücklich miteinander verheiratet, hat zwei Kinder, drei Enkel und inzwischen auch schon zwei Urenkel. Frank Detzner, geboren 1940 in Lichtentanne, kam nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 nach Steinpleis bei Werdau. Nach dem Abschluss der 8. Klasse erlernte er den seltenen Beruf des Lehrenbauers und stellte anschließend Messinstrumente her, darunter auch Schiebelehren. Er wollte immer ein guter Facharbeiter sein und war fast vier Jahrzehnte im Betrieb, vor allem auch als Außenrundschleifer. Anfang der 1990er Jahre wurde er arbeitslos und schlug sich mit ABM-Stellen bis zur Rente durch. Mit 60 Jahren konnte Frank Detzner in den Ruhestand treten. „Das war mein Glück“, schätzt er seine berufliche Situation ein, denn „Westdeutsche“ hätten seinen Betrieb nach der Wende „runtergewirtschaftet, bis das Unternehmen eben nicht mehr weiter bestehen konnte“. Ehefrau Gisela, geboren 1939 in Langenbernsdorf, wollte Schneiderin werden und erlernte nach ihrer Schulzeit (acht Jahre) den Beruf einer Tuchmacherin (Weberin). Zur Betreuung ihrer damals zwei kleinen Kinder, Tochter Simone (gelernte Ringspinnerin) und Sohn Mike (Maler), blieb die jungverheiratete Frau und Mutter erst einmal sieben Jahre zu Hause. Sie setzte sich danach erneut auf die Schulbank und lernte Fachverkäuferin. 1970–1980 war Gisela Detzner Verkäuferin, 1980–1989 Verkaufsstellenleiterin in einer Konsum-Lebensmittelverkaufsstelle. Danach war Schluss mit dem Kapitel Konsum, die Wende kam. Von 1990-1999 verdiente sie als Verkäuferin ihre Brötchen in einer Bäckerei in Werdau. Das Paar will noch lange gesund bleiben und sich am familären Nachwuchs erfreuen. Frank Detzner hat sich mittlerweile einen Computer angeschafft und – wenn er mit der Technik nicht klarkommt, bittet er die Enkel um Hilfe. Sie helfen gern, das ist für Detzners das größte Glück.
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