MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gisela Diem

„Seit ich denken kann, wollte ich Lehrerin werden!“

Gisela Diem

Gisela Diem
Diplom-Lehrerin i.R.
Julius-Leber-Ring 46
99087 Erfurt
Fon: 0361 / 7453939

Gisela Diem ist eine erstaunliche Frau. Trotz aller Widrigkeiten, die ihr das Leben auferlegt haben, kämpfte sie für ihr Lebensglück und ihren Beruf. Gisela Diem wurde im November 1947 in Stadtilm geboren. Seit ihrem Schulbeginn wollte sie Lehrerin werden. Schon als Kind versah sie ihre Puppen mit reichlichem Wissensschatz. Nach der 8. Klasse wechselte sie auf die Erweiterte Oberschule und legte das Abitur mit Berufsausbildung zum Fernmeldemechaniker ab. Krankheitsbedingt überbrückte sie ein Jahr als zahnärztliche Helferin und konnte danach an der pädagogischen Hochschule Halle ihr Studium aufnehmen. Ihre Wunschkombination Biologie/Geographie wurde zu diesem Jahrgang nicht angeboten. So entschloss sie sich zu der Fachrichtung Biologie/Freundschaftspionierleiter. Sie erhielt den Abschluss als Diplom-Lehrer für die oben genannten Fächer. Gerade zu dieser Zeit wurde in Stadtilm ein Freundschaftspionierleiter gesucht. Sie zögerte nicht, diese Stelle anzunehmen und erteilte zusätzlich Unterricht in Biologie und in der Unterstufe. 1981 zog Gisela Diem nach Erfurt, arbeitete noch bis 1985 als Freundschaftspionierleiterin an zwei polytechnischen Oberschulen. Nach Anfrage der damaligen Abteilung Volksbildung beim Rat des Bezirkes Erfurt setzte sie ihren Weg als Biologielehrerin an der Kinder- und Jugendsportschule fort, war nach der Wende noch ein Jahr an dieser Schule und unterrichtete ohne jegliche Vorkenntnisse das Fach Sozialkunde. Danach wurde sie an die Regelschule 8 versetzt. Dort wurde sie auch wieder ohne jegliche fachliche Ausbildung in den Fächern Geschichte, Klasse 9 und 10, Sozialkunde Klasse 8 und 9, sowie in Deutsch und Geographie eingesetzt. Gleichzeitig begann sie nebenberuflich ein Zusatzstudium und war 1996 ausgebildete Geographielehrerin. Ihr einstiger Berufswunsch hätte jetzt vollständig erfüllt werden können. Doch es kam anders. Mit zurückgehenden Schülerzahlen an den Regelschulen musste sie an eine Berufsschule wechseln, welche unter anderem Frisöre ausbildet. Nun unterrichtete sie selbige, wieder ohne jegliche fachliche Vorkenntnisse, in den Fächern Verkaufskunde, Fachkunde für Frisöre, Farblehre und Stilkunde, außerdem bei Berufsfachschülern (Schüler, die die 9. und 10. Klasse nachholen) frisörspezifischen Unterricht sowie fachpraktischen Unterricht, z.B. Lockwelle und Dauerwelle. Leider hielt der Schülerknick auch in den Berufsschulen Einzug. Erneut hätte sie wieder an einer Regelschule lehren müssen. Doch auch die stärkste Frau ist irgendwann nicht mehr gewillt, immer wieder neu anzufangen. Deshalb ging Gisela Diem mit 63 Jahren in Rente. Sie ist stolz auf das was sie erreicht hat, trotz gesundheitlicher Probleme, besonders in der Jugend und häufigem Neubeginn, bewältigte sie jede Herausforderung. Ihr Privatleben teilte sie seit 1976 mit ihrem Ehemann Rainer, sowie mit ihrem Kind aus erster Ehe. Sohn Michael wurde Diplomwirtschaftsingenieur. Heute ist er bei einer amerikanischen Firma tätig. Leider verstarb ihr Mann 2006. In der Freizeit beschäftigt sich Gisela Diem mit Lektüre und ausgewählten Dokumentarfilmen. Montags geht sie ins Fitnessstudio, dienstags trifft sie sich mit einer Gruppe, die nach einem selbstgewählten Programm Aktivitäten unternimmt, z.B. Theater- und Museumsbesuche, Freitags ist Sport in einer Gymnastikgruppe. Auch auf die geselligen Zusammenkünfte mit ehemaligen Freunden, Kollegen und Bekannten freut sie sich. Nach der Instabilität ihres Berufslebens hofft sie nun, sich noch viele schöne Jahre gestalten zu können.
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