MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Irmgard Dielenberg
Nach der Tochter kamen fünf Söhne
Rentnerin
Marktstr. 11
17094 Burg Stargard
Wenn die ganze Sippe versammelt ist, es kommt selten vor und dann wird es im Bild festgehalten, finden sich an die fünfundvierzig Personen zusammen, Irmgard Dielenbergs Reichtum liegt in den Kindern, Enkeln, Urenkeln. Dieser Aufgabe musste sich zeitig ihr Leben anpassen, aber arbeiten hatte sie früh gelernt, ob in jungen Jahren in der elterlichen Landwirtschaft, später als Mutter und Hausfrau und mithelfende Ehefrau in der Bäckerei ihres Mannes.
Mirow, eine kleine Landstadt in der Mecklenburgischen Seenplatte, war Irmgard Dielenbergs eigentliche Heimat, hier wurde sie 1928 als fünftes von sechs Kindern eines Bauern geboren. Da hieß es schon in Kinderjahren auf dem Hof, auf dem Feld mitzutun. So wurde ein arbeitsames Leben zeitig vorgeprägt. Ab 1935 konnte sie die örtliche Schule besuchen, im Frühjahr 1943 wurde sie eingesegnet, wie es einst hieß, wenn die Jugend an der Schwelle zum Erwachsenwerden in evangelischer Tradition konfirmiert wurde. Zur selben Zeit endete auch der Schulbesuch und ihre Kraft wurde nun im Stall, auf dem Acker gebraucht. Schon in früher Jugend begegnete ihr der Mann, dessen Liebe ihr Leben bestimmen sollte, 1949 kam die Tochter zur Welt, 1950 wurde geheiratet. Ihr Mann war zwar in Niedersachsen geboren worden, aber im mecklenburgischen Mirow aufgewachsen, absolvierte eine Bäckerlehre und arbeitete als Geselle am Ort, ehe er seine Meisterausbildung erfolgreich beenden konnte. 1962, das fünfte Kind der Familie war gerade ein Jahr zuvor zur Welt gekommen, konnte er im nordöstlich gelegenen Burg Stargard eine eigene Bäckerei übernehmen. Zwar fiel Irmgard Dielenberg der Abschied vom heimatlichen Mirow schwer, doch die über zwanzig Jahre, in der das Geschäft auch dank ihres Fleißes blühte, waren anstrengende wie erfüllte Zeit. Aber gesundheitliche Beschwerden veranlassten, dass Bäckermeister Dielenberg 1985 sein Handwerk aufgeben musste, nur ein Jahr später nahm das Schicksal Irmgard Dielenberg den Gatten. Sie selbst half bis zum Renteneintritt 1988 noch in einer Schule und in der Küche der Gaststätte „Zur Linde“. Ihren sechs Kindern waren inzwischen über zehn Enkel, ebenso viele Urenkel und nun auch schon Ururenkel zugewachsen. Auch deren Wohlergehen betrachtete Irmgard Dielenberg als ihre Aufgabe, so bestimmten manche Sorge und noch mehr Freuden ihr Leben.