MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Arno Dewitz

Entwicklung ohne Stillstand

Arno Dewitz

Rentner
Blumenstraße 62
04720 Döbeln
Fon: 03431 / 570936

1935 in Seeckshof, im ostpreußischen Kreis Wehlau zur Welt gekommen, wuchs Arno Dewitz als ältester Sohn mit neun weiteren Geschwistern auf. Als der Vater eine Arbeit auf der Werft in Königsberg aufnahm, wechselte die Familie in die Stadt, hier verbrachte Arno Dewitz die ersten Schuljahre. Der Vater zog in den Krieg, verlässliche Nachrichten über sein weiteres Schicksal konnten nie erlangt werden. Die Flucht von Ostpreußen führte über die Masurische Seenplatte. Um Weihnachten 1944 fand die Familie in Sachsen, in Mockritz bei Döbeln, endlich einen festen Platz. Die Mutter begann beim Bauern in der Landwirtschaft. Er schloss die Volksschule mit der 8. Klasse ab, an seinen Traum von einem Leben auf See war nicht zu denken. Als er sich einmal darum bemühte, lehnte ihn die Marine wegen Westverwandtschaft ab. Seine Lehre als Maschinenschlosser absolvierte er beim VEB Metallbau Döbeln. Erste Berufserfahrung sammelte er auf Montage, arbeitete u. a. beim Aufbau des Stahlwerks Gröditz und auf der Schiffswerft in Stralsund. Zurück in Döbeln musste er anfangs mit einem Job in einer Entladekolonne vorliebnehmen, konnte beim VEB Landmaschinenbau „Rotes Banner“ wieder fachgerecht eingesetzt werden, qualifizierte sich zum Schweißer, besuchte einen Technologenlehrgang und konnte in Roßwein ein zweieinhalbjähriges Meisterstudium erfolgreich abschließen. Er wurde als Bereichsleiter eingesetzt, entwickelte als Haupttechnologe zwei Patente mit. Mit Traurigkeit im Herzen erinnert er sich daran, dass der Chefkonstrukteur Wolfgang Helmholz und er für die Entwicklung eines Hydraulikladers als Verdiente Techniker ausgezeichnet werden sollten, dann jedoch eine Änderung in der Kombinatsplanung 3 Tage zuvor dazu führte, dass keine Rede mehr davon war. Seinen Kollegen hat das so sehr betroffen gemacht, dass er einen Nervenzusammenbruch erlitt. Arno Dewitz ließ sich davon nicht ausbremsen und avancierte nach vier Jahren Ingenieurstudium in Mittweida zum Produktionsdirektor und erhielt als solcher für seine Arbeit das "Banner der Arbeit". 1979 wurde er überredet beim VEB Baureparaturen Hartha einzusteigen, aber schon ein Jahr später zum Aufbau und zur Leitung des Kreisbaubetriebes Döbeln zurückgeholt. Als Betriebsdirektor dieser Einrichtung konnte er zehn Jahre erfolgreich wirken, ab 1990 der Treuhandanstalt zugeordnet. Der Versuch, den Betrieb durch ihn und weitere Mitarbeiter zu übernehmen, scheiterte an örtlicher Parteipolitik. Seit der mehrfache Aktivist 1994 Rentner wurde, ist der Unruhestand mit der Arbeit im großen Gartengrundstück gefüllt. Mit der Seniorenmannschaft Kegeln agiert er noch immer in der Bezirksklasse, zudem leitet er das Training des Nachwuchses in der Kegelsektion. Frau Johanna, Heirat 1957, wirkte in Fleischwarenfabrik und Konsumfleischerei. 1961 kam beider Tochter, 1970 der Sohn zur Welt. Drei Enkel bereichern die Schar und der Hund ist selbstverständlich wichtiges Familienmitglied.
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