MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

Gesamte Liste anzeigen

Claus Desselberger

Elektrisiert vom Beruf des Vaters

Claus Desselberger

Elektriker / Fachschul-Ingenieur für Elektrotechnik
Lektor für ältere aktive Kraftfahrer

Hahnstückenweg 8

06749 Bitterfeld

Fon: 03493 / 41255

Claus Desselberger, geboren 1934 in Bitterfeld, spricht ohne lange nachzudenken über sein bisheriges Leben. Die Mutter, eine gelernte Schneiderin, kümmerte sich um die vier Kinder. Der Vater war Elektromeister. Diesen Beruf fand auch Sohn Claus toll. Deshalb lernte er ab 1950 im Chemiewerk seiner Heimatstadt Elektriker, erfuhr, wie man elektrische Anlagen richtig verlegt. Nach der Ausbildung blieb Claus Desselberger im Lehrbetrieb. Doch der Dienst in der Armee ließ nicht lange auf sich warten. „Ich wurde überredet, auf die Offiziersschule zu gehen. Meine Freundin, die ich 1958 heiratete, sagte: ‚Wenn Du zur Armee gehst, ist es aus mit uns!’ Aber das Problem löste sich von allein. Für die Ausbildung zum Nachrichtentechniker waren meine Augen nicht gut genug. Dann sollte ich zur Artillerie. Weil ich aber Familienangehörige im Westen hatte, einer war Direktor bei Mannesmann, der andere Schneidermeister in der Bundeswehr, war dieses Thema ganz vom Tisch“, schmunzelt Claus Desselberger. Danach bewarb er sich dreimal um einen Studienplatz – dreimal wurde er abgelehnt. Immer hieß es, er müsse sich aktiver in die gesellschaftliche, sprich politische Arbeit, einbringen. 1956 klappte es doch noch mit einem Abendstudium. Nach drei Jahren durfte er sich „Meister der volkseigenen Industrie“ nennen. Aber Claus Desselberger wollte mehr. So kam es, dass er ein Fernstudium zum Fachschul-Ingenieur absolvierte. Bis zur Wende arbeitete er 13 Jahre im Chemiekombinat Bitterfeld als Schicht-Ingenieur, danach wurde er Abschnittsleiter im Tagesdienst. Dann wurde alles anders. „Der stellvertretende Direktor für Technik gliederte seinen Bereich aus und gründete eine eigene Firma mit 560 Mitarbeitern. Ich übernahm 1992 die Leitung des Fuhrparks. Acht Jahre später ging ich in Rente“, erzählt Claus Desselberger. Um nicht in die allmächtige Staatspartei SED eintreten zu müssen, wurde er lieber Mitglied der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD), verließ jedoch später die gesamtdeutsche FDP. Zu DDR-Zeiten lehrte er die Fächer Mathematik und Straßenverkehr an der Betriebsakademie, Volkshochschule, Urania, ist jetzt Lektor für ältere aktive Kraftfahrer. Die Freizeit verbringt er als Modelleisenbahner. Nur mit dem Computer kann er (noch) nicht umgehen. Ehefrau Hannelore, eine studierte Kinderbibliothekarin, verstarb schon 2009. Seither geben ihm Sohn Ralf, ein Nierenarzt, und zwei Enkelkinder Halt.
Gesamte Liste anzeigen

  • Der Verlag
  • Gesichter der Regionen
  • VWM-Info
  • Menschen und ihre Gesichter
  • Suche
  • Ihre Empfehlung
  • Unser Anliegen
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz