MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Bärbel und Helmut Deutsch

Bodenständig

Bärbel und Helmut Deutsch

Verkäuferin und Verkaufsstellenleiterin i.R., Meister der Volkseigenen Industrie und Lehrmeister i.R. 06317 Röblingen am See

In Weißstein (heute: Biały Kamień in der polnischen Woiwodschaft Dolnoslaskie) wurde Bärbel Deutsch 1936 geboren. Mit ihren Eltern kam sie 1946 nach Leipzig. Dort ging sie zur Schule und lernte bei der HO Fachverkäuferin für Lebensmittel. Unmittelbar nach der Lehre wurde sie als 1. Verkäuferin im Centrum Leipzig eingestellt. 1959 heiratet sie Helmut Deutsch und bekommt 1960 ihren Sohn. Sie pausierte zwei Jahre und arbeitete ab 1962 wieder als Verkäuferin in der Fleischabteilung. Nach der Geburt ihrer Tochter 1965 blieb Bärbel Deutsch bis 1976 zu Hause und betreute auch noch ein Kind aus der Nachbarschaft. Zwischenzeitlich zog die Familie nach Röblingen am See. Dort leitete Bärbel Deutsch ab 1976 eine Verkaufsstelle. Doch eine Krampfaderblutung beendete 1977 ihre berufliche Tätigkeit. „Ich durfte nicht mehr arbeiten“, seufzt Bärbel Deutsch. Seitdem war sie nur noch zu Hause für die Familie da. Sie pflegte die Oma und Schwiegermutter und engagierte sich im Elternaktiv der Schule. „Sie hat sich um die Kinder gekümmert u8nd mir den Rücken freigehalten“, lobt Helmut Deutsch die häuslichen Aktivitäten seiner Frau. Er wurde 1933 in Oberröblingen am See geboren. Nach der 8. Volksschulklasse wollte er ursprünglich Förster werden. „Doch ich musste Geld verdienen und nehmen was es gab“, erinnert sich Helmut Deutsch. So lernte er im späteren VEB Braunkohlenkombinat Betriebsschlosser. „Im ersten Halbjahr haben wir 20 Mark Lehrgeld bekommen“, erzählt er. Da sein Vater 1946 verstorben war und seine Mutter lediglich für andere etwas nähte, brauchten sie jeden Pfennig zum Leben. So gab er sein ganzes Lehrlingsgeld in die Haushaltskasse. Wegen guter Leistungen lernte Helmut Deutsch ein halbes Jahr früher aus. Drei Jahre blieb er noch Betriebsschlosser und arbeitete auch Untertage mit. Bereits seit der Lehre war er aktiver Leichtathlet – mit Strecken über 3000, 5000 und 10000 m. Auf allen Langstrecken wurde von 1950 bis 1953 jährlich Kreismeister. Zahlreiche Medaillen und Urkunden zeugen von seinen sportlichen Erfolgen bei den Vereinen Aktivist Stedten und Empor Röblingen. Diese Leistungen waren der Grund, dass Helmut Deutsch zur Deutschen Hochschule für Körperkultur nach Leipzig delegiert wurde. Er holte die 10. Klasse und das Abitur nach und ließ sich vier Jahre zum Sportlehrer ausbilden. TBC sowie ein Sportunfall stoppten jedoch diese Karriere. So ging Helmut Deutsch in seinen erlernten Beruf zurück. In der Bitumenfabrik Werk Amsdorf reparierte er Pumpen und Getriebe. Nebenbei spielte er Handball. Schließlich wurde er als Berufsausbilder delegiert. Er bildete Absetzer- sowie Baggerfahrer und Betriebsschlosser aus. Nebenbei erwarb er in einem zweijährigen abendlichen Fernstudium seinen VEB-Meister-Titel. Diese Berufsausbildung wurde später von der technischen Gebäudeausrüstung Halle/Saale übernommen. Auch Helmut Deutsch wechselte dorthin Dort war er dann nach einer Zusatzausbildung auch als Lehrschweißer tätig. All diese notwendigen Schulungen und Prüfungen absolvierte er stets nebenberuflich. 1996 ging Helmut Deutsch in Rente. Seither reisen Bärbel und Helmut Deutsch viel. Ziele sind vor allem der Harz und die Insel Rügen, wo die Kinder und Enkel leben. „Ins Ausland zieht es uns nicht“, gestehen beide freimütig. Als passionierter Radfahrer und Täve-Fan tritt Helmut Deutsch täglich noch 30 bis 50 km in die Pedalen. Dabei erledigt er dabei dann auch Einkäufe oder andere Dinge. Bärbel und Helmut Deutsch wollen gesund bleiben und „möglichst einen großen Gewinn beim Lotto haben, damit wir die Enkelkinder unterstützen können“.
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