MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dipl.-Ing. Konrad Dietrich

Die Zerstörung Dresdens 1945 und das Leben danach

Konrad Dietrich

Tiergartenstr. 24 b 01219 Dresden

Als 9Jähriger erlebt er die Zerstörung Dresdens, seine Evakuierung mit anderen Kindern in weniger gefährdetes Gebiet, das Heimweh, die Rückkehr zu den Eltern. 1945 wird seine Heimatstadt bombardiert und auch das Wohnhaus der Familie zerstört. Nach kurzem Aufenthalt in Aussig (Usti nad labem) folgt die Flucht zurück nach Dresden, dann stirbt sein Bruder. Frühling 1945: „Das Gefühl, das Ende des Krieges erlebt und das Inferno Dresdens überlebt zu haben, gibt den Menschen Kraft für die Rückkehr in die Normalität des Lebens.“ Konrad Dietrich erinnert sich an „die Freude über jede leuchtende Straßenlaterne, über jeden fahrenden Straßenbahnwagen, vor allem wenn er eine Glasscheibe hatte.“ Das Leben des 1935 in Dresden Geborenen ist von diesen Ereignissen geprägt, stärken seinen Durchsetzungswillen. Er studiert von 1954 bis 1960 an der Hochschule für Verkehrswesen Eisenbahnmaschinenbau und schließt als Diplom-Ingenieur ab. Als er seine Frau kennen lernt, beginnt er „vor Ort“ beim Entwicklungsbau Pirna als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschung. Nach Auflösung der Flugzugwerke wird er beim VEB Strömungsmaschinen wissenschaftlicher Mitarbeiter, Assistent beim Technischen Leiter. 1976 wechselt er zum Maschinen- und Stahlbau Dresden (VEB Baumechanisierung). Hier ist er als Technischer Leiter, Direktor, zuletzt als Leiter der Betriebsorganisation beschäftigt. 1992 erfolgt die Entlassung in den Vorruhestand. Danach führt er den Haushalt und studiert an der Seniorenakademie mit großem Interesse Kunstgeschichte der Antike, Architektur- und Musikgeschichte. Ehefrau Annelore heiratet er nach Abschluss des Studiums. 1938 in Pirna geboren, hat sie im Unterschied zu ihm den Krieg behütet überstanden. Sie macht die Lehre als Technische Zeichnerin und ist im Entwicklungsbau in Pirna als Teilkonstrukteurin beschäftigt, später beim Schwingungstechnik und Akustik Dresden als Technische Zeichnerin. 1991 übernimmt die Firma Müller BBM München sie als Sekretärin. Sie übt diese, für sie „sehr abwechslungsreiche Tätigkeit“, zehn Jahre aus. Als Rentner haben beide nun mehr Zeit für ihre Hobbys. Er ist leidenschaftlicher Modelleisenbahner, sie klöppelt oder liest. Beide lieben klassische Musik, sie besuchen Konzerte der Staatskapelle, der Philharmonie Dresden. Gemeinsam wandern sie, jährlich etwa 1000 Kilometer, verleben Urlaube in anderen Ländern, haben engen Kontakt zur Tochter und den Enkeln (2) - ein Leben in Harmonie.
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