MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Werner Degen

Seine Heimat war lange Zeit das Meer

Werner Degen

Schiffsingenieur
Augustusburger Str. 99
09557 Flöha

Als Jüngster von neun Geschwistern ist der 1953 in Marburg an der Lahn geborene Werner Degen im hessischen Stadtallendorf aufgewachsen. Dort besuchte der Sohn eines Gärtners Grundschule und Realschule von 1960 bis 1969. In der Eisengießerei Fritz Winter nahm er eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Werkzeugmacher auf. Nach deren Abschluss, und mit viel Rüstzeug für seine künftigen Aufgaben versehen, ließ er sich für die Bundeswehr werben, ging für vier Jahre zur Marine (denn er wollte seit Kinderzeiten die Welt sehen). Er war in Flensburg stationiert, konnte Ausbildungsteile auch an der bretonischen Küste in Frankreich absolvieren. Nach dem Ende seiner Dienstzeit als Obermaat wechselte er 1978 zur Handelsmarine, heuerte als technischer Assistent bei der Reederei Hapag-Loyd an. Er erhielt nach einem Studium in Hamburg das Patent als Schiffsingenieur und konnte danach für verschiedene Reedereien arbeiten. Nur selten nutzte er das in Marne (Dithmarschen) erworbene Haus, da er oft monatelang weltweit mit dem Schiff unterwegs war. Nun kannte er die Seewege bis Südamerika, aber für den Führerschein auf den Landstraßen seiner Heimat blieb nie Zeit. Nach einem Urlaub in Brasilien entschloss er sich 1993, dort mal festen Boden unter den Füßen zu haben. In Manaus (am Amazonas) führte er mit einer aus dem Land stammenden Partnerin vier Jahre ein Hotel. 1998 kehrte er nach Deutschland zurück, fand in Gelnhausen bei seiner Schwester erste Aufnahme, bezog dann eine Wohnung in Hanau. Doch bald verschrieb er sich wieder der Seefahrt, anfangs als Maschinist bei der Schwerölversorgung, agierte zwischen Hamburg und Bremen. Als zweiter Ingenieur fuhr er dann für die Niederelbische Schifffahrtsgesellschaft Buxtehude (NSB) und war ab 2001 vorwiegend auf Container-Schiffen wieder weltweit unterwegs, vor allem in Asien. Als die Flotte ausgeflaggt wurde, den deutschen Mitarbeitern gekündigt wurde, galt es Abschied zu nehmen vom Beruf. Das 2001 in Flöha anfangs als Urlaubsdomizil für die Auszeiten vom Seemannsberuf gekaufte Haus animierte ihn, hier im Sächsischen sein Rentnerdasein zu genießen, nachdem er im Jahr 2017 der See Adieu gesagt hatte. Bei allem Wechsel der Aufgaben, bei aller Weite der Reisen zählt Werner Degen Beständigkeit zu seinen Tugenden. Regelmäßiger Ausdauersport hält ihn fit für die fortgeschrittenen Lebensjahre. Zwischen immer noch nicht ausgestandenem Fernweh und Bequemlichkeit muss er noch die richtige Mischung finden. In Flöha fühlt er sich auch dank freundlicher Nachbarn wohl, so hofft er hier alt werden zu dürfen, sich lange die Selbständigkeit des Alltagslebens erhalten zu können.
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