MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Christa Demmer
Sie wollte mit Kindern zusammen sein
Am Neunmühlental 5
08606 Oelsnitz / Vogtland
Fon: 037606 / 21838
In ihrem Elternhaus im vogtländischen Oelsnitz erzählt Christa Demmer, geborene Wunderlich, über Geschehnisse, die ihr Leben prägten.
Geboren wurde sie 1938 und wuchs mit der jüngeren Schwester auf. Der Vater arbeitete als Weber und Mandolinenbauer. Nach einer Beinverletzung wurde er in Plauen Finanzbeamter, die Mutter war Damenschneiderin. Doch damit hatte Christa Demmer nichts im Sinn. Sie wollte mit Kindern zusammen sein, Erzieherin werden. „Nachdem ich 1956 das Abitur abgelegt hatte, stand für mich fest, dass ich aus Geldgründen nicht studieren wollte. Stattdessen lernte ich in Droyßig bei Zeitz Pionierleiterin, war danach in meiner Heimatstadt auch als Erzieherin im Jugendwerkhof tätig“, erinnert sich Christa Demmer. Nach der Geburt des ersten Sohnes blieb sie zu Hause, verrichtete Heimarbeit und fing 1962 im Amt für Arbeit als Berufsberaterin an. Nachdem der zweite Sohn auf die Welt gekommen war, blieb sie zunächst wieder daheim. In der Gebäudewirtschaft Oelsnitz arbeitete sie ab 1971 als Sachbearbeiterin. In der Zeit bildete sich Christa Demmer auf der Volkshochschule zur Industriekauffrau weiter, war danach im Oelsnitzer Wohnungsamt beschäftigt. Zu DDR-Zeiten war sie aktives Mitglied im Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD). Im Alter von 60 Jahren ging Christa Demmer in Rente.
Hilfsbereitschaft und Kontaktfreudigkeit gehören zu ihren persönlichen Stärken. Sie schätzt aktive Menschen, die etwas bewirken können. Das, was Politiker sagen und (nicht) machen, ärgert sie. Deshalb möchte sie nicht nochmals auf die Welt kommen.
In den freien Stunden machte sich Christa Demmer im Garten nützlich, unternahm mit der Familie Urlaubsreisen, erholte sich an Berliner Seen, verreiste nach der Wende oft mit dem Bus. Weil es mit der Gesundheit immer mehr bergab geht, sieht sie sich jetzt Reiseberichte zu Hause im Fernsehen an, liest Zeitung, löst Kreuzworträtsel, verrichtet Handarbeiten, strickt gern.
Am liebsten ist Christa Demmer mit der Familie beisammen. Sohn Klaus ist Schlosser, der jüngere Tilo arbeitet in einer Stepperei und Enkel Jürgen. Ehemann Leo, Kraftfahrer von Beruf, verstarb bereits 2007, nach fast 50 Ehejahren. Wenn sich ehemalige Arbeitskollegen zu Geburtstagen oder zu anderen Anlässen bei Christa Demmer melden, dann freut sie sich sehr. „Mein größter Wunsch ist, gesund zu werden“, sagt sie mit Tränen im Gesicht.