MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. Helmtraud David

Keine Scheu vor schwierigen Charakteren

Helmtraud David

Rentnerin
12685 Berlin

Als Helmtraud David 1939 im sudetischen Reichenberg geboren wurde, war der Krieg nur wenige Monate entfernt. Als er zu Ende war, gehörte ihre Familie zu denjenigen, die die Heimat zu verlassen hatten. In Thüringen, wo der Vater im Forst Arbeit fand, wuchs sie auf. Nach dem Abitur 1957 ging sie an die Leipziger Universität. 1962 konnte sie mit dem Diplom als Psychologin abschließen. Sie absolvierte während der Studienzeit Praktika bei der Jugendhilfe, in Kinderheimen und Krankenhäusern, sammelte Erfahrungen, um später in der Psychodiagnostik und -therapie zu arbeiten. Sie fand Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und entschied sich nach dem Studium für einen Einsatz in der Leipziger Sprachheilschule. Damit betrat sie Neuland, denn es war die erste Psychologen-Stelle in diesem Bereich in der ganzen DDR. Neben der Arbeit mit den Sprachbehinderten und der Beratung von Eltern und Pädagogen war sie deshalb auch mit Forschungsaufgaben befasst. Ihre bahnbrechende Tätigkeit, vom Ministerium in Berlin stets zur Kenntnis genommen, führte dazu, dass auch an anderen Sprachheilschulen Psychologen angestellt wurden. Während ihrer langjährigen Tätigkeit in Leipzig konnte sie am Institut für Sonderschulwesen in Berlin eine außerplanmäßige Aspirantur wahrnehmen, als Dozentin für Fernstudenten tätig werden und 1973 ihre Promotion erfolgreich verteidigen. 1976 erhielt sie einen Ruf an dieses Institut und wechselte nach Berlin. 1981 erreichte sie die Lehrbefähigung (Facultas docendi) und hielt seit diesem Zeitpunkt auch Vorlesungen, konnte im Bereich Ambulatorium Forschung, Lehre und Patientenbetreuung miteinander verbinden. Im postgradualen Studium erwarb sie selbst noch einen Fachabschluss als Fachpsychologin der Medizin. Als das Ambulatorium 1995 aufgelöst wurde, blieben Forschung und Lehre im nunmehrigen Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität als Aufgabengebiet bis 2004. Noch für zwei Jahre nach Renteneintritt konnte sie einen universitären Lehrauftrag wahrnehmen. Die praktizierende Katholikin, in der Kirchgemeinde engagiert, ist geschieden und sorgt seit dessen 8. Lebensjahr für ihren Pflegesohn, betreute auch 21 Jahre lang ihre Mutter. Menschen mit Behinderungen oder Demenz gilt ihr ehrenamtlicher Einsatz. Der Umgang mit schwierigen Charakteren, ob im Jugend- oder Seniorenalter, war ihr Anspruch, Aufgabe und Herausforderung.
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