MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Jürgen Degener
„Nie wieder Krieg!“
Handschriftsetzer i. R.
Poelchaustraße 12
12681 Berlin
Jürgen Degener geht vielen verschiedenen Interessen nach. Seine besondere Vorliebe allerdings gilt guten, auch ihn selbst sehr bereichernden Gesprächen.
Während seines Lebens war er, wie alle anderen Menschen auch, mit guten und schlechten Zeiten konfrontiert.
Am 24.11.1944 in Berlin geboren, ist er froh, die schrecklichen Ereignisse, die ihn lange verfolgten, hinter sich gelassen zu haben.
Zu wunderschönen Höhepunkten wiederum dürfen die Hochzeit mit seiner geliebten Frau Bärbel 1969, die Geburt seiner Tochter und auch die deutsche Vereinigung gezählt werden. Diesen überaus positiven Aspekt sehr begrüßend, bummelte er umgehend Überstunden ab und besuchte den Westteil der Stadt.
Bis es jedoch so weit war, ergriff er nach der Schule beim VEB Kassenblock-, Formular- und Billettdruck eine Lehre zum Schriftsetzer und gehörte als einer der letzten zu denen, welche noch Kartoffel- und Kohlenkarten setzten.
Als gelernter Handsetzer folgte er Gutenbergs Spuren. Noch heute kann man auf dem Weihnachtsmarkt einen Stand mit einer Druckpresse bewundern und die Arbeit eines Handsetzers verfolgen, wie sie einst ausgeführt wurde.
Seinem Ausbildungsbetrieb blieb er sechs Jahre lang treu und wechselte als Hersteller zwischen Verlag und Betrieben an den Verlag Volk und Gesundheit.
drei Jahre später übernahm Jürgen Degener bei der DEWAG-Werbung die gleiche Aufgabe. Allerdings ging es hier um großflächige Werbung, welche für die gesamte DDR und für den Export bestimmt war. Exportierende Betriebe durften nur über die DEWAG werben.
Nach fünf weiteren Jahren orientierte sich der Schriftsetzer neu, begann im Werbebereich der HO-Gaststätten Berlin, war zuständig für alle Drucksachen, wie z. B. Speisekarten oder Plakate, stellte selbige auch her und übernahm zusätzlich die Tätigkeiten eines Gebrauchswerbers. Im März 1991 knipste er das Licht aus.
Nach kurzer Arbeitslosigkeit bildete er sich weiter, erlernte das Schriftsetzen am PC und arbeitete für eine Berliner Druckerei. Nach deren Konkurs hatte Jürgen Degener das große Glück, eine Stelle als Archivmitarbeiter bei der Treuhand zu finden und war im Anschluss bis zum Erreichen des Rentnerstatus bei den Nachfolgeorganisationen der Treuhand beschäftigt.
Der humorvolle Pensionär und Großvater eines Enkels verbringt seine Zeit gern mit Familie und Freunden, liebt die Arbeit an seinem PC und hat nach den eigenen schlimmen Erfahrungen nur einen einzigen Wunsch: „Nie wieder Krieg!“