MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Richard Daschke

Der Fußball - seine Leidenschaft

Richard Daschke

Borrmannstr. 19 04924 Bad Liebenwerda Fon: 035341 / 26704

Der 1947 in Schlesien geborene Richard Daschke kam als Vertriebener über Thüringen nach Elsterwerda. Hier besuchte er die 10-klassige Polytechnische Oberschule, schloss eine Lehre als Diesellokschlosser im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Cottbus an. In seiner Freizeit spielte er bereits Fußball, eine Sportart, die ihn im weiteren Leben begleiten sollte. Sein Wunsch „Agent“ oder „Spion“ zu werden war wohl mehr ein Kindheitstraum. Sein Entschluss 1966 zum Wachregiment Berlin zu gehen hingegen ernst gemeinte Absicht, seine Karriere bei den bewaffneten Organen zu suchen. Das jedoch zerschlug sich schnell, als er seine spätere Frau Gudrun kennenlernte. Sie passte nicht recht ins System. Für ihn Anlass, sein Entlassungsgesuch einzureichen, sich neu zu orientieren. Nicht einfach, denn mit „diesem Makel“ behaftet, wollte ihn sein ehemaliger Betrieb nicht mehr einstellen. Er dachte um, wurde Erzieher in der Berufsschule des Wohnungsbaukombinates (WBK) Elsterwerda, später Fahrmeister beim Kraftverkehr Bad Liebenwerda. Seine Fußball-Liebe begleitete ihn. In den Pausen wurde fleißig gekickt. Der Chef sah das gar nicht gerne. Die Äußerung Richard Daschkes zu seinen Mitspielern, „irgendwann bin ich mal der Chef“, war nicht nur so dahin gesagt. Er kämpfte dafür an Volkshochschule und Abendschule, beim Studium zum Ingenieur für Verkehrswesen. Und, er erreichte das Ziel, wurde erst Leiter des Büros für Neuererwesen, dann stellvertretender Leiter für Wissenschaft und Technik, stellvertretender Betriebsleiter und schließlich Betriebsleiter des VEB Kraftverkehr Bad Liebenwerda und blieb in dieser Funktion bis 1988 tätig. In dem Jahr zum Bürgermeister berufen, erlebte er die Wendezeit, die Vormachtsstellung der FDP in der Parteienwelt, was für ihn 1990 den Verlust des Amtes bedeutete. In der Partnerstadt von Bad Liebenwerda hatte er einen Möbelhändler kennengelernt und die Chance ergriffen am Heimatstandort einen Möbelverkauf zu eröffnen. Er war selbstständig und engagiert, voller Ideen, mit großen Plänen. Die Bank unterstützte seine Entwürfe, begleitete seine Planung, versagte jedoch schlussendlich die Finanzierung und initiierte damit die Unmöglichkeit seiner Expansionspläne und das Aus für sein kleines Unternehmen. Eine schwere Zeit, in der ihm seine alte Liebe zum Fußballsport half, den Boden unter den Füßen zu behalten. Als Vorsitzender des TSV Lubbart trainierte er eine Kindermannschaft. Heute betreibt er Badminton, bastelt und unternimmt Autotouren. Seine schönste Beschäftigung aber ist die mit den vier Enkelkindern. Sie geben ihm Kraft und so hofft er, die Situation, in der er sich befindet, doch noch zum Guten wenden zu können.
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