MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Rudolf und Ingeburg Clauß

Eiserne Treue

Rudolf und Ingeburg Clauß

Tischlermeister
Damenschneiderin
Untere Hauptstr. 93
09244 Niederlichtenau

Zum 65. Hochzeitstag am 6. Mai 2015 hat das Ehepaar auch eine Glückwunschurkunde des Bundespräsidenten in Empfang nehmen können, die Eiserne Hochzeit feiern zu können, betrachten sie als großes Geschenk. Seit der Heirat 1950 haben sie viel glückliche Stunden erlebt, Freud und (selten) Leid miteinander geteilt. Rudolf Clauß wurde 1929 schon in Niederlichtenau geboren. 1932 erbaute der Vater das Haus, wo die Familie heute noch wohnhaft sein kann. Acht Jahre dauerte die Schulausbildung, dann sollte es noch schnell in den Krieg gehen, doch dieser war bald zu Ende. Aber verdächtig, zu sehr mit dem nationalsozialistischen System verbunden gewesen zu sein, wurde Rudolf Clauß noch für neun Monate in Bautzen interniert, ehe er Ende des Sommers 1946 wieder in die Heimat zurückkehren durfte. Nun arbeitete er in der Tischlerwerkstatt seines Vaters, konnte 1947 die Gesellenprüfung ablegen. 1953 folgte der Meisterbrief. Doch dann wollte er sich erst einmal von zu Hause abnabeln, begann 1954 beim Fahrzeugbau Hunger, arbeitete ein halbes Jahr in einer Möbelfabrik in Leipzig-Liebertwolkwitz, baute Radiogehäuse in Hainichen. Ein Jahr in Weimar ermöglichte ihm den Abschluss auch als Industriemeister. 1965 übernahm er das väterliche Geschäft, spezialisierte sich vor allem auf Fenster und Türen, konnte zeitweilig einen Gesellen anstellen. Erst 1993 entschloss er sich den Gewerbeschein abzugeben. In Haus und Hof gibt es noch immer genug zu tun. Seine Frau Ingeburg, geborene Meißner, kam 1928 in Chemnitz-Ebersdorf auf die Welt. Als jüngste von fünf Töchtern der Familie besuchte sie die Ebersdorfer Schule bis zur Klasse 8, konnte dann bei einer Schneidermeisterin in die Lehre gehen. Sie arbeitete als Hausschneiderin für die Versicherungsanstalt, wechselte mit der Heirat nach Niederlichtenau, pausierte nach der Geburt des Sohnes Harald 1950 für drei Jahre. Dann nähte sie erst zehn Jahre für die Firma Quintett-Moden Glauchau Mäntel, übernahm dann Aufgaben bei der Fertigung von Ablenkeinrichtungen für Fernsehgeräte im Betrieb „Elfema“ – Elektro-Feinmechanik Mittweida, Betriebsteil Frankenberg. Fünfundzwanzig Jahre in diesem Betrieb waren eine spannende Zeit, doch dann 1989 die Rente wohlverdient. Familie Clauß freut sich über zwei Enkelkinder und zwei Urenkel. Frau Ingeburg findet Freude beim Klöppeln, betreibt diese traditionelle Handarbeitstechnik in organisierten Gruppen in Frankenberg und Reinsberg.
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