MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Werner und Petra Creutzburg
20 Pfennige entschieden die Zukunft
Dipl.-Ing. (FH) für wissenschaftlichen Gerätebau/
Feinwerktechnik i. R.
Dipl.-Ing. (FH) für wissenschaftlichen Gerätebau und
staatlich geprüfte Betriebswirtin i. R.
Budapester Str. 14
99091 Erfurt
Fon: 0361 / 6436747
Nach allen Höhen und Tiefen, die das Paar meistern musste, sind die Eheleute froh, heute ohne Ängste in die Zukunft blicken zu können, wobei sie sich aktuell nichts mehr wünschen als Frieden für alle Völker der Welt.
Petra Creutzburg wurde am 15.10.1949 in Hoyerswerda geboren. Nach Abschluss der 10. Klasse ließ sie sich zur Betriebs-, Mess-, Steuer- und Regelungs-Technikerin mit Teilabitur ausbilden. Das sich daran anschließende Studium beendete sie als Ingenieur für wissenschaftlichen Gerätebau und arbeitete im Optima Büromaschinenwerk Erfurt, einem VEB des Kombinat Robotron, im Musterbau. Nach Umprofilierung des Werkes wechselte sie innerbetrieblich in den Bereich Arbeitsnormung und Arbeitsgestaltung.
Nach der Wende nutzte sie noch in der Optima ein Weiterbildungsangebot, machte den Abschluss als REFA-Fachkraft und entschied sich noch für ein Direktstudium. Als sie den Abschluss als „Staatlich geprüfte Betriebswirtin“ erhielt, war die Optima bereits Geschichte. Petra Creutzburg nahm Angebote des Arbeitsamtes wahr, begleitete diverse Projekte, schulte zur Computer-Facharbeiterin um und diese Übergangslösungen setzten sich bis zur Rente fort. Wie vielen anderen blieb es auch ihr trotz Kampf, Engagement und ungebrochenem Arbeitswillen nicht erspart, Opfer der deutschen Vereinigung zu werden. Mit 60 Jahren war es endlich möglich, in den Ruhestand treten zu können.
Ehemann Werner, geboren am 22.10.1949 in Tabarz, absolvierte nach dem Abschluss der 10. Klasse am Uhrenwerk Ruhla eine Lehre zum Werkzeugmacher. Delegiert an die Ingenieurschule Jena, Außenstelle Unterwellenborn, wo sich das Paar übrigens einst kennen lernte, studierte auch er wissenschaftlichen Gerätebau /Feinwerktechnik. Nach Studienabschluss ergab sich für beide die Möglichkeit, in der Optima Erfurt zu arbeiten. Tätig war Werner Creutzburg in der Werkzeugkonstruktion des Werkzeugbau und übernahm als junger Mitarbeiter nebenbei die Leitung der „Messe der Meister von Morgen“ (MMM). Als Parteilosem blieben ihm Aufstiegsmöglichkeiten verwehrt.
Bis 1991 in der Optima tätig, ahnte er, was kommen würde, reagierte trotzdem eher desinteressiert auf eine Annonce in der Tageszeitung und investierte lediglich 20 Pfennige in das Versenden seiner Bewerbung. In Dingolfing suchte man Leute für den Aufbau eines BMW-Werkes in Eisenach und war hoch erfreut über Werner Creutzburgs Interesse. Noch 1991 begann er als Werkzeugkonstrukteur bei BMW in Eisenach, bis er sich für Altersteilzeit entschied und diese 2005 auch antrat. Unterschiedlicher können zwei Wendegeschichten nicht sein und so waren für ihn und seine Familie 20 Pfennige der Start in eine gesicherte Zukunft.
Eine leuchtende Zukunft war auch den Kindern, die von ihren Eltern stark unterstützt wurden, beschert. Silvia ist als diplomierte Bauingenieurin in einer Baufirma tätig. Torsten wollte schon immer zum Rundfunk, nutzte Praktika, reiste 1 ½ Jahre durch Australien und bekleidet heute eine gute Stelle beim NDR in Kiel. So haben sich auch diese Investitionen gelohnt und Tochter wie Sohn machen die Eltern sehr stolz.