MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Christa Conrad

Lehren in schwierigen Zeiten

Christa Conrad

Bruno-Dietze-Ring 36
01844 Neustadt in Sachsen

In Dresden 1926 geboren, war die Kindheit vom frühen Tod der Eltern geprägt, hinzu kam die Kriegszeit, die ebenso in ihr Leben eingriff. So legte sie 1944 in Dresden erst einmal nur das Notabitur ab, wurde zum Arbeitsdienst verpflichtet. Als der Frieden (aber immer noch mit viel Not) zurückkehrte, konnte Christa Conrad noch in einem Sonderlehrgang das vollständige Abitur nachholen, wurde als Neulehrerin gewonnen, absolvierte ihre Ausbildung (nun galt es auch die russische Sprache zu erlernen) in Pirna, war ab dem 1. September 1946 schon Lehrerin für die Unterstufe und unterrichtete für einige Zeit das Fach Russisch in Neustadt in Sachsen, wo ihr die ersten Schüler anvertraut wurden. Es gab keine Hefte und andere Materialien, nicht einmal eine richtige Schule. Die Kreidetafel stand in Behelfsräumen, die Lebensmittelrationen waren knapp, so dass sie einmal vor Hunger umfiel, danach die Solidarität der Schüler spürte, da lag denn mal etwas Essbares auf dem Lehrerpult oder lehnte an ihrer Wohnungstür. Diese Erlebnisse schweißten die Gemeinschaft zusammen, so dass sie mit den Schülern jener Generation vielfach bis heute ein herzliches Verhältnis hat. Sie behauptete sich selbst vor einer reinen Jungenklasse mit 44 Schülern, konnte nebenbei die 1. und 2. Lehrerprüfung absolvieren (1946–1950). 1954 überzeugte sie eine Kollegin und Freundin mit ihr eine "Hilfsschule" in Neustadt (zuerst 2 Klassen) zu gründen, um lernschwachen Kindern den Einstieg in ein Berufsleben zu ermöglichen. Ein Fernstudium Sonderschulpädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle / Saale (1963–1967), als Alleinerziehende mit zwei Kindern durchgezogen, setzte neue Akzente. Danach übernahm sie die Leitung der Zentralhilfsschule im nahen Sebnitz, ihr Engagement und fachliche Kompetenz ließen vergessen, dass sie nicht Mitglied der führenden Partei war. Die große Einrichtung für lernbehinderte Kinder mit angeschlossenem Internat, Kindergarten, Hort und Berufsschulteil leitete sie, bis 1984 schwere Krankheit ihrem beruflichen Wirken ein Ende bereitete. Damals waren es nicht mehr viele Monate bis zur planmäßigen Rente mit sechzig Jahren. Aus der geschiedenen ersten Ehe stammen die beiden Kinder (Sohn und Tochter), die Christa Conrad zur vierfachen Großmutter machten. Ihr zweiter Mann Gerhard (Heirat 1977) ist bereits 2004 verstorben. Tanzen, Wandern, Sport in der Frauengruppe waren wichtige Aktivitäten, Reisen verschönerten ihr Leben, fünfundzwanzig Jahre gehörte sie dem Skatklub an. Die wichtigsten Dinge in ihrem Leben aber waren die Liebe und Harmonie in ihrer Familie und die Zuwendung, Liebe und Aufmerksamkeit für ihre Schüler.
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