MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rudolf Claus
Ohne Schicksalsschläge das Leben gemeistert
Rentner
Hohle Gasse 10
09306 Rochlitz
Der Rentner Rudolf Claus blickt in seinem neunten Lebensjahrzehnt mit Stolz auf ein erfolgreiches und glückliches Leben zurück.
Er wird 1926 in Geithain geboren und geht später auch in Mutscheroda / Dölitzsch zur Schule. Die Mutter näht Handschuhe und wünscht, dass der Sohn nach seiner Schulzeit einmal denselben Beruf ergreift, doch dieser bricht die Lehre nach kurzer Zeit wieder ab. „Die Stinkbude gefiel mir nicht“, sagt er heute dazu.
Als drittes von sechs Kindern muss Rudolf Claus schon früh zu Hause mit anpacken. Er hütet Kühe und gibt das verdiente Geld zu Hause der Mutter ab, um die Familienkasse aufzubessern. Seine Schulzeit fällt in die Nazizeit. „Die Rituale der Hitlerjugend mit ihrem Exerzieren und ihren Marschliedern haben mich schon früh abgestoßen“, erinnert er sich nach vielen Jahrzehnten immer noch gut.
Im Jahr 1943 erfolgt die Einberufung zur Waffen-SS, was Rudolf Claus mit Ablehnung quittiert, da er sich dazu nicht gemeldet hat. Er soll zunächst in einer Pferdestaffel dienen, doch ein lebenserfahrener Bekannter rät dem jungen Mann davon ab. Schließlich wird er Kraftfahrer und hat das seltene Glück beim Kriegsende 1945 sofort entlassen zu werden.
Danach arbeitet Rudolf Claus in einer Ziegelei und als Former in einer Maschinenfabrik. Durch Vermittlung des Schwiegervaters kann er später einen Bauernhof pachten, den er anschießend völlig neu wieder aufbaut. Neben der vielen Landarbeit ist er aktiv beim Fußball und Mitbegründer der SG Mutzscheroda / Traktor Narsdorf 1952. Noch heute denkt er an das mulmige Gefühl, dass ihn beschlichen hat, wenn er kranke Kühe mit dem Messer abstechen muss. Seine Hoffnung, den Hof nach dem Ende der Pachtzeit käuflich erwerben zu können, scheitert. Er beginnt 1964 in Noßwitz neu und wohnt indessen hier schon 50 Jahre. Schließlich stellt ihn ein Krankenhaus als Kraftfahrer ein, er befördert die Ärzte zu ihren Visiten. Er fährt stets sehr zuverlässig und verschleißarm, diese Tätigkeit macht ihm trotz der unregelmäßigen Arbeitszeit sehr viel Spaß.
Im Jahr 1950 heiratet er seine Frau Marianne, die zu dieser Zeit als Haushaltshilfe arbeitet und zwar ohne seine Mutter zu fragen, wie es in dieser Zeit Brauch ist. Die Eheleute freuen sich in Folge über die Geburt ihrer vier Kinder, denen sechs Enkelkinder zu verdanken sind.
1995 musste sich Rudolf Claus einer Knieoperation unterziehen, die eine Versteifung des Bens nach sich zog. Trotz dieses Handicaps meistert er sein Leben Rudolf Claus möchte dieses noch lange bei guter Gesundheit in seiner Region mit den vielen schönen und gut erhaltenen historischen Bauwerken genießen. Die geselligen Abende in der Kneipe gehören leider schon der Vergangenheit an und auch die Fußballspiele leben nur noch als gute Erinnerung fort.