MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gisela Clauß

Freude an den kleinen Dingen des Lebens, trotz Schicksalsschlägen

Gisela Clauß

Windmühlenweg 11
04808 Wurzen
Fon: 03425 / 925438

Gisela Clauß wurde 1941 in Wurzen als Tochter eines Tischlers und einer Buchhalterin geboren. Die Mutter hatte es nicht leicht mit drei Kindern, denn der Vater kam erst 1948 aus dem Krieg zurück und bis dahin musste sie alleine für die Familie sorgen. Die kleine Gisela war bereits seit einem Jahr Schulkind, als die Familie wieder komplett war. Als sie die nach der 8. Klasse begonnene Lehre zur Säuglingspflegerin abschloss, starb zwei Monate später ihre Mutter. So waren bereits die jungen Jahre ihres Lebens geprägt von traurigen Ereignissen. Nach Lehrabschluss hatte sie sich das Ziel gestellt Säuglings- und Kinderkrankenschwester zu werden. Sie arbeitete ein halbes Jahr in einem Dauerheim, besuchte dann zwei Jahre die Medizinische Fachschule in Leipzig, beendete diese mit Staatsexamen 1960. Diese Ausbildung hatte jedoch nicht nur den fachlichen Abschluss um Ergebnis, sondern auch unmittelbaren Einfluss auf ihr weiteres persönliches Leben. Sie heiratete im gleichen Jahr ihren Berufsschullehrer Joachim Clauß, mit dem sie, bis zu seinem Tod im Jahr 2006, 46 gemeinsame, wunderschöne Jahre verbrachte. Als Sohn Carsten 1963 geboren wurde, war das Glück perfekt. Als auch er (Musiklehrer und Musiker im Schauorchester Ungelenk) im Jahr 2009 verstarb, war der Schicksalsschlag kaum zu verkraften. Heute ist Gisela Clauß sehr dankbar über die beiden Enkelkinder und den sehr guten Kontakt, der ihr die Kraft gibt, die Widrigkeiten ihres Lebens zu überstehen. Beruflich war sie mittels der Absolventenlenkung nach dem Studium für drei Jahre auf die chirurgische Station im Krankenhaus Wurzen vermittelt worden. Im Januar 1964 bekam nahm sie das Angebot des Rates des Kreises an, als Krippenleiterin zu arbeiten. Eine große Verantwortung für eine so junge Frau und zudem verbunden mit der neuen Herausforderung, die pädagogische Weiterbildung zu absolvieren (Krippenerzieherin) und in einem weiteren Jahr die Ausbildung zur Krippenleiterin anzuschließen. Am 1. Dezember 1967 übernahm sie die neu eröffnete Tages- und Wochenkinderkrippe der Teppichfabrik, mit vorerst 25 und nach der Erweiterung später 90 Kindern. „Das war dann meine Leben“, erzählt sie heute, und dass sie Lehreinrichtung war, für Erwachsenenqualifizierung zuständig war und mit strengem Regime, und trotzdem beliebt, die Aufgaben meisterte. Drei Jahre fungierte die Einrichtung zudem noch als Dauerheim und wenn man heute bedenkt, welche Voraussetzungen man damals hatte: Nicht einmal Telefonanschluss zu Hause, der die Erreichbarkeit sicherte.... Geringer waren die Anforderungen, die sich nach der Wende als Leiterin des Frauen- und Kinderschutzhauses an sie stellten nicht. Als langjährige Stadtverordnete für den Bereich Gesundheit und Soziales brachte sie neben der fachlichen auch die soziale Kompetenz für diese Aufgabe ein, die sie acht Jahre ausübte (1993–2001), bis zum Renteneintritt. Heute ist sie froh, damals mit 60 Jahren in die Rente gegangen zu sein, hatte sie doch so noch fünf schöne Jahre mit ihrem Mann. Heute widmet sie ihre Zeit dem Wandern-Fasten, dem Wandern im Verein und dem Yoga, ist in der Leitung der Volkssolidarität und im Frauenverein „Luise“ aktiv, macht Nordic Walking.... „Ich bin eben ein bisschen verrückt“, lacht sie.
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